18161-01 Neues Miteinander in der Bergmanstraße? – Diese Parklets?

„Neues Miteinander in der Bergmannstraße“

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Link der Akteure zum Fragebogen iS Parklets weiter unten!

So lautete 2015 der „Slogan“ des Senats, bzw. der Akteure, zu Beginn der Öffentlichkeitsarbeit bezüglich der Planungs-Philosophie des „Weißen Blattes“ des Herrn Wolfarth von Alm vom SenUVK hinsichtlich der angestrebten Umgestaltung der Bergmannstraße in die „Berliner Begegnungszone Bergmannstraße“ (oder wie ich das nenne TrippleB).
Im Rahmen des Beschlusses des Senats der „Berliner Fußverkehrsstrategie“ aus dem Jahre 2011  sollten auch Begegnungszonen-Modellprojekte, u.a. nach Schweizerischem Vorbild, als Pilotvorhaben für die Berliner Fußverkehrsstrategie initiiert werden.

Nimmt man den Begriff „Begegnungszone“ wörtlich, und der ist ja derzeit ziemlich „en vogue“, frage ich mich, warum gerade die Bergmannstraße für das Pilotvorhaben „Berliner Begegnungszonen“  vom Bezirk vorgeschlagen und gewählt wurde, wo sich doch die Bergmannstraße, zwar in keine Zone, aber bereits in eine „gelebte“ und besonders beliebte „Begegnung“sstraße, mit breiten Gehwegen,  mit hoher Erlebnis- und Aufenthaltsqualität im Laufe der letzten mehr als 30 Jahre entwickelt hat und auch bis heute immer noch anerkanntermaßen hervorragend funktioniert.

Wie sich täglich zeigt, auch für Fußgänger und Radfahrer, allerdings noch besser mit ausgeprägtem Sozialverhalten aller am Verkehr Teilnehmenden!

Unklar bleibt mir, warum die Akteure gerade eine gut funktionierende Straße für ihre Experimente aussuchen, mit einem erheblichen Experiment-Risiko und das nur auf dem „Rücken“ der Anrainer, dass diese Bergmannstraße, wenn das Experiment ohne Erfahrungswerte der Akteure mißlingt, vielleicht nur noch eine „Karikatur“ dessen ist, wie sie heute von uns Bürgern erlebt wird.
Warum nicht erst Pilotvorhaben auswählen, bei denen dieses Risiko nicht besteht, die Straße sich noch entwickeln muss, bei denen sich das Experiment bewähren kann.

Obwohl die Akteure, Senat, Bezirk, Planer und Moderatoren, im Rahmen der Bürgerbeteligungsverfahren, meiner Erkenntnis nach, uns gegenüber immer als „Einheit“ in Erscheinung getreten sind, habe ich doch im Gespräch mit Herrn Panhoff mitbekommen, dass das nicht so ist und der Senat Begegnungszonen und zwar „Berliner Begegnungszonen“ will, der Bezirk Fördergelder, um ggf. Versäumnisse nachzuholen, ohne den Haushalt über Gebühr zu belasten, die Planer planen wollen, ob in der Westfälischen, in Hamburg oder Kassel, egal… (ich erinnere mich an den Spruch des Dr.’s auf einer Bürgerversammlung „da ist noch Luft drin“ [offenbar meinte er, die Bergmannstraße ist toll, aber wir machen das besser]) und die Moderatoren, die eigentlich neutral und objektiv moderieren sollten, aber letztlich sich ihren Auftraggebern pflichtbewusst ergeben müssen.

Klar ist uns auch, dass sich in diesen Jahren so manche „Versäumnisse“, auch seitens der Bezirks-Verwaltung eingeschlichen haben, die natürlich behoben werden sollten, wie im Rahmen der Bürgerbeteiligungsverfahren auch in den Flyern der Anrainer propagiert wurde, allen Forderungen voran, die Entschleunigung der Bergmannstraße. Tempo 30 existiert ja, aber wer hält sich dran und wer kontrolliert das!

Nach fast drei Jahren „Reden und Reden und Planen“ und derzeit zwischenzeitlich wahrscheinlichen realen Aufwendungen, die bestimmt schon in Richtung 300.000 gehen (wieviel hat dieser Probelauf wirklich schon gekostet und wie hoch werden die Gesamtkosten für diesen Probelauf und die Testphase sein?), soll nun dieser sogenannte „Probelauf“. zur Testphase zum Pilotvorhaben der „Berliner Begegnungszone Bergmannstraße“ das Ergebnis der Auswertungen der Bürgerbeteligungsverrfahren sein.

Ich kann es nicht glauben!

Zu klären wäre für mich, wieso in den Berichten zur Entwicklung der Umgestaltung der Bergmannstraße die Parklets als Erkenntnis aus den Auswertungen der Bürgerbeteiligungsverfahren dargestellt werden.
Ich las dieser Tage, dass wir Anrainer die Bedeutung des Begriffs „Parklets“ erst lernen mussten. In der Tat!

Zwar haben wir den ersten Versuch der Akteure uns eine „Zweite Maaßenstraße“, nach den ersten Auswertungen der Ergebnisse der Bürgerbeteiligungsverfahren, unterzujubeln, verhindern können, aber bis dato haben die Akteure meines Erachtens immer noch keine für die Anrainer „überzeugende“ Lösung vorgestellt!

Immerhin ist der Vorschlag der Akteure vom November 2016 der sogenannten Module meines Erachtens diskutabel!
Gute Beispiele gibt es ja weltweit genügend, man braucht ja nur das Netz zu befragen!
Leider sind zwischenzeitlich schon wieder fast anderthalb Jahre ins Land gegangen und zwar für mich ohne nennenswertes Ergebnisse.
Zumindest nicht diese Parklets!

Wenn uns schon temporäre reversible Module in Form von sogenannten „Parklets“ (siehe Definition, auch in Blindenschrift, an der Installation)  in diesem Probelauf gezeigt werden sollen, die auch noch das Ergebnis der Auswertungen der Bürgerbeteiligungsvefahren sein sollen, stellt sich für mich die Frage, warum die Akteure dann nicht zumindest realitätsnah zum Beispiel die Parklets-Module unter Einbeziehung der Kreuzung Nostitzstraße auch mit den angedachten grafischen Bemalungen usw. gebaut haben, um überhaupt zu zeigen, was das Konzept beabsichtigt.

Was soll eigentlich dieser „Probelauf“ als Vorläufer zur „Testphase“.
Wird dann die Testphase in der Tat wieder mit den gewonnenen Erkenntnissen zurück gebaut, um dann ein „Pilotvorhaben“ zu installieren?
Ich glaube nicht daran:
[Man stelle sich einmal vor, ein Wohnhaus in dieser Abfolge zu bauen, wie soll das gehen und wer soll das bezahlen können!
Dieser Tage wurde meines Wissens in einer ARTE-Sendung die Parklet-Begegnungszonen-Thematik Bergmannstraße unter dem Gesichtspunkt der Steuerverschwendung hinterfragt!]

Jetzt weiß ich zwar, dass derzeitige Parkplatzflächen entfallen sind, dazu hätte man auch, wie Herr Fleiner bereits vorgeschlagen hatte, temporäre Abzäunungen schaffen können, um zu sehen, wie sich z.B. das Parkverhalten der Verkehrsteilnehmer, Anrainer und Besucher, ändert.
Die angestrebte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h scheint offenbar vorerst auch vergessen worden zu sein.

Meines Erachtens ist es zwingend erforderlich, sollen die Erfahrungen dieses Probelaufs wirklich Aussagekraft und Anhaltspunkte für die anschließenden Planungen und Ausführung der Testphase der gesamten Bergmannstraße im Herbst 2018 geben können, dass eine realitätsnahe Straßenentwurfsplanung des gesamten Bergmannstraßenabschnitts vom Mehringdamm bis zur Marheineke-Markthalle veröffentlicht und zur Diskussion gestellt wird.
Vor Bergmannstraße 11 und 99 usw. stehen z.B. wenig ansehnliche Verteilerkästen o.ä., Bäume usw., wo sind die Straßenabläufe, wo sind Einfahrten, wo sind welche Module in welcher Größe angedacht?.
Ist das Modulmaß 1 Parkplatz = 1. Modul überhaupt richtig und überhaupt einzuhalten? …
Sind diese Module überhaupt für die Bergmannstraße gedacht gewesen?
Weshalb sind diese Abschrägungen ausgeführt worden?

Wer wertet eigentlich die Ergebnisse der Befragungsbögen nach welchen Kriterien des Probelaufs aus, welche Einwirkungsnahme haben wir Bürger auf die Auswertungsergebnisse?
Wie ist das ganze Verfahren in terminlicher Hinsicht beabsichtigt?
Jetzt sind schon allein für die Bergmannstraße fast drei Jahre ohne nennenswertes Ergebnis vergangen!
Nicht umsonst wird der Kreis der Interessierten und Engagierten immer geringer.

Mir ist aufgefallen, dass der sogenannte „Probelauf“ lediglich zwei gleichartige Parklet-Module mit Steh- und Sitzmöglichkeiten darstellt, warum nicht zumindest auch die wichtigen Fahrradabstellmodule, um z.B. zu zeigen, wie die Gehwege aufgewertet werden können.
Meines Erachtens wäre es im Rahmen des Probelaufs besonders sinnvoll gewesen, gerade auch Fahrradmodule, wenn es so etwas geben sollte, zu installieren, zumindest hinsichtlich der beabsichtigten „Berliner Fußverkehrsstrategie“.

Wie Bepflanzungen angedacht werden, kann man nicht einmal erahnen, ist meines Wissens aber ein besonderes Anliegen der Anrainer.

Die der Straße zugewandten Sitzbankrücken haben auf mich einen kommunikationshemmenden Barrierecharakter, wie ein Bauzaun, so dass es u.a. auch zu Gruppenbildungen von „Links- und Rechtsseitigen“ verführen kann, ganz abgesehen von der m.E. massiven Verunstaltungen des Straßenbildes.
Eine unserer Hauptforderungen ist und war den Charakter der Bergmannstraße zu erhalten.
Erinnert mich an eine Straßen-Baustelle.
Wenn die ganze Bergmannstraße so gestaltet werden wird, wo findet dann das Jazzfest statt oder aber, wer will überhaupt noch zur Bergmannstraße?

Bei meiner Sitzprobe hatte ich den Eindruck, dass zum Wohlfühlen ergonomisch erheblicher Nachholbedarf besteht:

Der Gitterrostboden erinnert mich an einen „Schweinestall-Spaltenboden“, iO, im bin vom Fach,.das muss nicht objektiv so gesehen werden.
Die niveaugleiche Anbringung bezogen auf die Gehwegebene ist zwar erstrebenswert, scheint jedoch nicht überall ohne Stolperfallen zu realisieren zu sein.
Interessant wäre m.E. auch das Straßenreinigungsthema, z.B. wie die Fläche unterhalb des Spaltenbodens insgesamt sauber zu halten ist.
Ich habe da bereits was bei der Bezirksbürgermeisterin von „Ratten“ gelesen!
Die wohl zum Kontakt einladen sollenden „Einzelsitzer“ sind für mich eher „Körperkontaktzonen“, „@metoo!“ lässt grüßen.
Die Anordnung sind meines Erachten sehr „steif und steril“ ausgeführt und vielleicht auf dem Papier so ganz „lustig“, vielleicht ähnlich wie die angedachte Straßenbemalerei von Tau, aber m.E wirklichkeitsfremd..
Gestalterisch „krass“ finde ich auch, dass die Mülleimer wohl an Parklets in unmittelbarer Kopf-Nähe der „Begegnungsflächen“ befestigt werden sollen.

… usw. …

Meine Empfehlung nochmals, wenn schon „TrippleB“, dann doch auch mit Unterstützung eines zumindest temporärer „qualifizierten Gestaltungsbeirats“! Da gab es doch bereits einige Professoren, wo sind die geblieben?

Herr Bartel, SenUVK, hat ja bereits im letzten Jahr in einem Vortrag über „Fehlerkultur“ ausgeführt, dass die Bergmannstraße nicht das richtige Pilotvorhaben für Berliner Begegnungszonen sein könnte!

Diese Erkenntnis hat mir gefallen und ich muss ihr zustimmen!

go!bb‘ 18163 Plakat Parklets

Meines Erachtens ist der Ansatz dieser „Fehlentwicklung“ auch darin zu suchen, dass die Akteure glauben, erstens mit den Pilotvorhaben eine Lösung für ganz Berlin entwickeln zu können!
Sie schreiben ja selbst, dass jede Straße ihre Besonderheiten hat.
Zweitens, dass sie der Meinung sind, dass eine solch sensible Umgestaltungsanstrengung zu „Berliner Begegnungszonen“ ohne Regelwerk bzw. Richtlinen mit den scheinbar geringstmöglichen Erstellungskosten zu bewerkstelligen sein kann bzw. muss.
Herr Wolfarth von Alm erläuterte ja in einer Bürgerbeteiligungssitzung, dass es viele Straßen in Berlin gibt, die „Begegnungszonen“ werden wollen/sollen, deshalb kostengünstig, damit es viele werden können.

Wenn ich an die Mariahilfer Straße in Wien denke, wo man nicht davor zurückgeschreckt ist, eine niveaugleiche Verkehrsebene mit entsprechenden anspruchsgerechten Materialen zu planen und zu bauen, die natürlich auch ihren Preis haben, dann bin ich der Meinung, dass die Bergmannstraße mit unseren „Anrainer-Vorschlägen“ aus dem Sommer 2016 eine bessere fußverkehrsstrategiegerechte Umsetzung einer „Begegnungszone“ haben, als die Beispiele des „Probelaufs“ zur Testphase des Pilotvorhabens „TrippleB“ auch nur ansatzweise erahnen lassen!

Mir kommt es so vor, dass die ganze Planung und derzeitige Ausführung, nicht die Abfalleimer, des Probelaufs als lästige Last, lieblos bewerkstelligt wurde …

Unkommentiert nachfolgend die Fragen zur Testphase (ich dachte zum Probelauf) der Akteure, nehmen Sie sich bitte die Zeit und öffnen Sie den nachfolgenden Link der Akteure (darunter in Klarschrift der Fragebogen) und sagen Sie Ihre Meinung:

https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/fussgaenger/bergmannstrasse/de/formular/online_formular.thtml

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2 Antworten auf „18161-01 Neues Miteinander in der Bergmanstraße? – Diese Parklets?“

  1. Guten Tag,
    ich kann mir das gar nicht alles durchlesen… ist mir ein wenig zu zynisch und arrogant. Ich finde die Bänke gut! Da wurde mal mit wenig Geld ein Raum geschaffen an dem eben nicht gleich konsumiert werden muss. Die Bergmannstraße wurde in meinen Augen in den letzten Jahren belebt aber auch extrem konsumorientiert, es wird Zeit mal wieder Raum zu schaffen der nicht nur dem Konsum dient. Ich find’s gut! Danke an den Senat (ich lebe seit Jahren hier und kenne den Wandel also schon ein wenig!!)

    1. SgF Frau Sigrun, ich beabsichtige weder zynisch zu sein, noch arrogant! Vielleicht kommt das bei Ihnen so an. Außerdem bin ich nicht grundsätzlich gegen die Idee Raum zu schaffen! Aber eben nicht durch Straßenbildverunstaltung. Diese Parklets können so meines Erachtens nicht die Lösung sein! Wenn Ihnen meine Ausführungen zu lang sind, bedaure ich das. Das Problem meiner fehlenden Schreibkunst ist mir bekannt und ich arbeiter daran. Ich engagiere mich seit gut drei Jahren mit dieser Thematik und habe noch nicht aufgegeben. Meines Erachtens gehen die Kosten iS Berliner Begegnungszone Bergmannstraße bis dato in Richtung großer sechsstelliger Zahl, mit dem Ergebnis: Diese Parklets!
      Wer hat Ihnen gesagt, mit wie „wenig Geld“ hier Raum geschaffen wurde. Was heißt bei Ihnen wenig? Straßenbildverunstaltung „mit wenig“ ist mir nicht genug.
      Stellen Sie sich die gesamte Bergmannstraße so vor!
      Außerdem, wir sind keine Neulinge in der Bergmannstraße, seit über 33 Jahren ansässig.
      Danke, dass Sie kommentiert haben!

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