19224-01 Becker: Studentisches Projekt der TU-Berlin, Frau Dr. Hoerning > SFB 1265 „Re-Figuration von Räumen“

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Michael Becker: Zusammenfassung der Ergebnisse der Gewerbesitzung Bergmannstraße am 23. Mai 2019

Die Tagesordnung: • TOP 1: Studentisches Projekt der TU-Berlin … Der Kontakt zu Frau Dr. Hoerning und der TU-Berlin ist auf die Initiative von Christian Lippmann aus einer unserer Sitzungen im Frühjahr hervorgegangen.

[…soweit ich mich erinnere ging es da aber um die repräsentative Befragung der Anrainer und Auswertung…]

Eingeladen von Frau Dr. Hoerning, Lehrende an der Technischen Universität Berlin [Fakultät VI] und hier dem Institut für Soziologie befasst sich das Projekt mit der „Re-Figuration von Räumen“, der zum 01. Januar 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Technischen Universität Berlin eingerichtet wurde, untersucht die Veränderungen der sozialräumlichen Ordnungen, die seit den späten 1960er Jahren zu beobachten sind.“

Also waren Christian Lippmann und ich am 22. Mai im Seminar bei Frau Dr. Hoerning um mit den Studenten ein Vorgespräch zu führen. Dieses Studentische Seminar genau genommen sieben Studierende ist in folgende Aufgabenbereiche aufgeteilt und möchte im Rahmen des Seminares eine „Explorative Studie“ zur Begegnungszone Bergmannstr durchführen:

• Ein Teil beschäftigt sich mit den Einschätzungen der Gewerbetreibenden und der Anwohner,

• Ein Teil mit dem Agieren von Bezirk und Senat • Und ein Teil wird eine konkrete Nutzungsanalyse erstellen wollen.

• Ob eine Medienanalyse erstellt werden kann ist noch nicht final geklärt.

• Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass die Ergebnisse dieser Studie im Rahmen des Jazz-Festes vorgestellt werden könnten.

Für diesen ersten Kontakt waren die drei Gäste gestern bei unserer leider schwach besuchten Sitzung dabei, Wir dürfen gespannt sein ☺

Anmerkung go!bb‘:

… von dieser Eigeninitiative bin ich durch dieses „Protokoll“ überrascht worden!

Leider kann ich derzeit noch nicht einschätzen, ob und wie dieses „Studentische Projekt“ mit diesem Thema dem Anspruch der Umgestaltung der Bergmannstraße im Begegnungskiez Kreuzberg in eine sogenannte „Berliner Begegnungszone“ im Rahmen der Fußverkehrsstrategie für Berlin den Anforderungen der Gewerbetreibenden aus den Jahren 2015/16 wirklich hilfreich sein kann.

Über diesen Forderungen hinaus zeigen die derzeitigen m.E. unharmonischen Straßenbildvorunstaltungen der sogenannten Testphase, u.a. durch die Anordnung von Parklets, Pollern, aus persönlicher Erfahrung verkehrsgefährdenden Straßenbemalungsarbeiten, u.a. grün/gelbe Punkte, die wohl unter Umgehung entsprechender Verordnungen o.ä., sogenannte Querungsbereiche bzw. Zebrastreifen „symbolisieren“ sollen usw., den, meinen, gestalterischen architektonischen Erwartungen in keinsterweise gerecht werden!

Ich erinnere wieder an meinen Blogbeitrag iS Mariahilfer Straße in Wien!

Für mich ist der architektonische und städtebauliche Anspruch, damit auch die Lebens-, Aufenthalts- und Erlebnisqualität im Begegnungskiez, dieses für ganz Berlin angedachten Pilotvorhabens, neben der Selbstverständlichkeit der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer usw., von entscheidenster Bedeutung!

Deshalb ist das Modellprojekt 5 „Berliner Begegnungszonen“ nicht als reines Verkehrsprojekt zu betrachten, wie das die Akteure behaupten, sondern m.E. aus städtebaulicher Sicht als sogenanntes „Architekturprojekt“ verbunden mit „Heimatgefühl“ für die Anwohner!

Vor geraumer Zeit habe ich bereits einmal in den Raum gestellt, dass gewisserweise bei diesen Pilotvorhaben das „Pferd von hinten aufgezäumt“ wird, da ich die Auffassung vertrete, dass zuerst ein demokratisches Sozialverhalten aller Verkehrsteilnehmer im Straßenraum gepflegt/gelernt werden muss, bevor zu erwarten ist, dass die Anforderungen „Berliner Begegnungszonen“ überhaupt entsprochen werden wird!

Ursprünglich ist meiner Kenntnis nach beschlossen worden, dass „Berliner Begegnungszonen“ nach schweizerischem Vorbild geplant werden sollen, also weg vom Separationsprinzip, wodurch der motorisierte Verkehr in der Bergmannstraße m.E. auf jeden Fall zumindest entschleunigt würde!

Das ist heute nicht mehr die Idee der Akteure des Senats, mit der Folge, wie sich in der sogenannten Testphase zeigt, dass das Verkehrsaufkommen nach meiner persönlichen Einschätzung insgesamt noch „chaotischer“ abläuft, einschl. des Sozialverhaltens von auch teilnehmenden Rad- und Autofahrern gegenüber den Zufußlaufenden, als vor Beginn der meinetwegen auch „Erprobungsphase“ genannten Testphase.

Meiner Auffassung nach, auch durch den Versuch, das Pilotvorhaben Bergmannstraße in der Absicht des Bezirkstadtrats die zweifellos wichtige „Verkehrswende“, allerdings ohne Bürgerbeteiligung, hinter der Ansage der angedachten Begegnungszone zu mißbrauchen, schon jetzt umzusetzen!

(Das Selbstverständnis des Herrn Bezirksstadtrat ist ja fast täglich den Medien zu entnehmen!)

Das sind m.E. zwei verschiedene Sachgebiete. Vielleicht wäre es richtig und wichtig gewesen zuerst die Verkehrswende zu vollziehen und dann Begegnungszonen zu gestalten?

Das Pilotvorhaben Bergmannstraße ist uns Anrainern seit der Diskussion im Jahre 2012 stets als angedachte „Berliner Begegnunszone“ deklariert und nicht als „Berliner Verkehrswende“ diskutiert worden!

Insofern hoffe ich, dass das studentische Projekt im Sinne von uns Gewerbetreibenden bei Frau Dr. Hoerning richtig, auch im Hinblick auf die gestalterischen Erwartungen angesiedelt ist.

Außerdem glaube ich, dass es einen hohen „sportlichen“ Anspuch hätte bis zum Jazzfest Ergebnisse vorzustellen.

Hoffentlich überfordern wir uns nicht selbst, wenn ich das scheinbar geringe Interesse der Kollegen an die „Zukunft der Bergmannstraße“ im Begegnungskiez beobachte!

19224, Vatertag, Spenner

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