16113-01 1. LK-argus Workshop vom 16.3.16 iS TrippleB – Resümee: „Friede, Freude, Eierkuchen oder Was?“

Mein Notizen- und Gedächtnisprotokoll als Resümee zum Treffen der Delegierten einer Gruppe von „Gewerbetreibenden“ des 1. Workshops mit LK-argus und der Verwaltung [Akteure] am Mittwoch, den 16.3.2016, 17 Uhr im Schickler-Haus, eingeladen vom Bauamt des Bezirks (Friedrichshain-) Kreuzberg. [Ende ca. 19h45]
Thema: Berliner Begegnungszone Bergmannstraße [TrippleB] > Meinungsaustausch als „Grundlagenfragmente“ zur weiteren Entwicklung vom Standpunkt der Gewerbetreibenden einer konkreten Vorplanung „TrippleB“.

Teilnehmer:
Herr Bartel (SenStadtUm)
Frau Krenkel (SenStadtUm)
Herr Schulz-Hermann (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg)
Herr Dr. Heinrichs (LK-argus, Geschäftsführer)
Frau Pertermann (LK-argus, Protkollführerin)
Herr Wagner (Wabe GmbH, Eigentümer Gesundheitszentrum)
Herr Becker (Gewerbe-Delegierter, Herrlich, Sprecher der Delegierten)
Herr Fleiner (Gewerbe-Delegierter, Gewerbeentwicklung)
Herr Walter (Gewerbe-Delegierter, Bella-Donna)
Herr Schroer (Gewerbe-Delegierter, Hausverwaltung Belima)
Herr Neitzel (Gewerbe-Delegierter, fahrradstation, Ankunft 18h05)
Herr Spenner (Gewerbe-Delegierter, Ararat, Ankunft 17h05)

Mein Gastgeschenk für Dr. Heinrichs:
BegegnungBergmann - 16113 Gastgeschenk LK-argus
Flugbatt + A3-Plakat Gewerbe + A2-Plakat Ararat

Mein Resümee dieser Planungsbesprechung – der Titel dieses Beitrags oben!

Michael Becker, unterstützt von Joachim Fleiner, erläuterten auftragsgemäß nochmals den Standpunkt der Gewerbetreibenden, nämlich die Hauptforderungen aus dem Protokoll des Treffens der Gewerbetreibenden vom 29.2.2016: Entschleunigung des Verkehrs, Parkplätze erhalten und geradlinige Fahrstraßenführung.
Die am 18.2.2016 den Akteuren übergebene  Forderungsliste  wurde als bekannt vorausgesetzt.
Am 8.3.2016 wurde versucht, Varianten auf einem Vorbereitungstreffen der Delegierten für diesen Workshop (siehe Protokoll-Entwurf) anhand eines Grundriss(Aufsichts)plans der gesamten Bergmannstraße vom Mehringdamm bis zur Zossenerstraße mittels Transparentpapier die vorgenannte Hauptforderungen aus Sicht der Delegierten zu diskutieren, Lösungen zu finden und auch beispielhaft skizziert.
Die obigen Erläuterungen entsprachen dem Ergebnis dieser Überlegungen dieses Treffens.
Das Protkoll und die skizzenhafte Darstellung wurde den Akteuren im Vorfeld nicht übergeben, da man annahm, dass sie nicht selbsterklärend seien und erläutert werden sollten.
Im wesentlichen war eine der Varianten von Art diskutiert worden, dass auf der nördlichen Straßenseite Querparken geplant werden sollte, dergestalt, dass die Bordsteine angeschrägt werden, um die parkenden Autos mit den Vorderrädern auf dem Gehflächenbereich zwischen den Bäumen mit Baumscheiben zu platzieren. Vor den Bäumen sollte Fahrradparken auf dem Straßenland angesiedelt werden. Auf der südlichen Straßenseite sollte Längsparken, wie im Bestand erhalten bleiben, wobei die Anlieferungszonen zu berücksichtigen sind und in Zeiten, an welchen keine Anlieferungen stattfinden, diese Flächen für Aufenthaltsaktivitäten freigegeben werden. Bezüglich der Entschleunigung wurde vorgeschlagen, dass an Einmündungen und Kreuzungen und Querungsbereichen mit dem Gewegbereich niveaugleiche Aufpolsterungen mit geeigneten Materialen erfolgen könnten.

BegegnungBergmann 16112 - Variante entschleunigte Bergmann Initiative Ararat - 15-03-2016 14-40-31

Ergänzend mein Schreiben an LK-argus bezüglich des Entwurfs des Protokols des sogenannten „Planungstreffens“:

Sehr geehrter Herr Dr. Heinrichs,

vorab Danke für die Zusendung des Entwurf des Protokolls unseres Treffens am 16.3.2016.

Unabhängig davon, dass ich geglaubt hatte, dass das Treffen, wie in der Einladung des Bezirks ausgedrückt, ein „Planungstreffen“ sein sollte und nicht nur dem Austausch von Meinungen und Informationen dienen sollte, muss ich anerkennen, dass die Kommunikation erfreulicherweise zwischen den Teilnehmenden sachlich und auch konstruktiv verlaufen ist.

Mein persönliches Resümee, als „moderater Null-Lösungs-Befürworter“ dieses sogenannten „Planungstreffens“ (siehe meine skizzenhafte Variante zu Ihrem Vorschlag B/3, die im Prinzip auch den Ausführungen der Kollegen entspricht) stellt sich wie folgt dar:

Bis dato habe ich nicht verstanden, weshalb die Bergmannstraße für das Programm das Modellprojekt Begegnungszonen, für ein Pilotvorhaben überhaupt beworben und hierfür der Zuschlag erteilt wurde! (Natürlich sind die Gründe nicht bei Ihnen oder nicht nur beim Senat zu suchen: sie wollen Planen, der Senat will Begegnungszonen, der Bezirk will gefördert werden!)

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind die Bedingungen bzw. Planungsvorgaben durch Ihre Auftraggeber nicht derart vorgegeben, dass den Forderungen der „Gewerbetreibenden“ nicht entsprochen werden kann, zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass Sie in irgendeiner Weise, z.B. der Forderung des Erhalt der Parkplätze oder sonstigen Forderungen, widersprochen oder durch Planungs-Bedingungen eingeschränkt haben.

Für uns, der Initiative Ararat, stellt sich daher die Frage, welche tatsächlichen Begründungen es geben soll, weshalb die heute funktionierende Bergmannstraße überhaupt umgestaltet werden muss! (Die Dokumente aus denen hervorgehen soll, wie Herr Bezirksstadtrat Panhoff begründete, weshalb die Bergmannstraße vom Bezirk für eine Begegnungszone beworben worden ist, konnten wir bisher nicht nachvollziehen!)

Im Protokoll vermisse ich den Punkt meiner Frage bezüglich des Bürgerbeteiligungsverfahrens hinsichtlich vor allem des Ablaufs der Bürgerwerkstätten, warum nicht entsprechend dem beispielhaft im Aufsatz-Dokument von Herrn Professor Dr.-Ing. Gerlach, „… Begegnungszonen …wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?“, abgebildeten Bild 6 „Ablauf der Vorplanungsphase…“ von vorne herein die Bürgerwerkstätten mit fachlichen Beiräten in ausreichender Anzahl bezüglich des Planungsablaufs der Bergmannstraße, zumindest bis zum konkreten Entwurf, vorgesehen wurden.

Stattdessen war und ist doch die ursprüngliche Planung der Akteure dergestalt, dass das Bürgerbeteiligungsverfahren bereits so gedacht war, dass, obwohl bisher noch nicht einmal eine konkrete Vorplanung erstellt wurde, die Beteiligung bereits schon am 8.3. abgeschlossen sein sollte!

Wie weiter beabsichtigt ist zu verfahren, ist bis dato für uns nicht nachvollziehbar!

Zu letzten Punkt des Protokolls „Abschließendes Feedback der Teilnehmenden“ vermisse ich außerdem meinen Feedback-Beitrag, erstens, warum die Umsetzung des Pilotprojektes Bergmannstraße nicht solange verschoben werden kann, bis belastbare und nachvollziehbare Zahlen der Entwicklungen des Pilotprojektes Maaßenstraße erhoben und ausgewertet wurden und zweitens, ob nicht die Möglichkeit besteht, das Pilot-Vorhaben „Begegnungszone Bergmannstraße“ zugunsten des Vorschlags vom Architekten Eingartner (laut Tagesspiegel-Artikel vom vorletzten Mittwoch) die Gneisenaustraße für „Kreuzberger Flaneure“ umzugestalten, auszusetzen.

Also, dafür das Vorhaben Bergmannstraße nicht umzugestalten, sondern so zu belassen, wie sie heute gut funktioniert [ohne ein unkalkulierbares Risiko, als „Versuchskaninchen“, für die Anrainer einzugehen]!

Ich erhoffe mir, dass Sie sich zumindest noch an meine Beiträge dieses Treffens erinnern und erbitte, dass diese auch im Protokoll(-Entwurf) entsprechend noch formuliert werden.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich schon heute,
mit freundlichen Grüßen
M.Michael Spenner

Ergänzend die Kommunikation zwischen mir und Michael Becker bezüglich des Protokolls dieses Treffens bzw. der Überreichung meiner Skizze:

Am 21. März 2016 um 17:05 schrieb Michael Becker:

Hallo Michael Spenner,

ich finde so geht das nicht! Du warst auf der Gründungssitzung der 9ner-Gruppe in den wesentlichen Punkten dabei und hast den Prozess erlebt. Du warst auch bei dem Versuch, das gesagte in ein Protokoll zu geben beteiligt. Als am anderen Tag die Bedenken von Andreas und Stefan aufkamen, hinsichtlich der Gespräche und Planskitzen am 8. März hast Du mal locker einen eigenen Plan entwickelt, der die Diskusion vom 8. auf den Kopf und das Schrägparken auf die andere Seite verlagert. Seit dem gehst Du mit diesem, Deinem Plan hausieren und lancierst ihn aller Orten.

Diesen Vorgang emfinde ich als zutiefst undemokratisch.

Du schreibst in Deiner Mail vom 19. März:

„Allerdings möchte ich zu bedenken und bekanntgeben, dass mein Diskussionsbetrag, den ich bereits am 15.3. den Kollegen bereits übermittelt habe und von mir auf diesem Treffen als A3-Skizzen-Ausdruck verteilt wurde, um analog zur Vorbereitungs-Diskussion vom 8.3. ähnlich den Überlegungen der Delegierten zum Workshop-Treffen am 16.3.2016 angestellt wurden, skizzenmäßig und verständlich den Teilnehmer dieses Treffens zu zeigen, welches „moderiertes Null-Lösungs-Konzept“ von uns, u.a. der Initiative Ararat, befürwortet werden könnte, wenn absolut eine sogenannte Begegnungszone in der Bergmannstraße nicht im Sinne der Gewerbetreibenden erreicht werden könnte“.

Hiermit möchte ich Dich bitten, wenn Du Veränderte oder Weitergehende Vorschläge für das Verfahren einbringen möchtest, dieses in einer nachvollziehbaren und offenen Weise in die Diskusion einbringst, dass heißt Dein Anliegen als Tagesordnugspunkt bennenst und allen zur Diskusion stellt. Ein „ich habe da mal einen Plan dabei“ finde ich unabhängig vom Inhalt einfach undemokratisch!
Der Vorschlag der sich am 8. März entwickelte, folgte ja der Idee den Streifen zwischen den Bäumen auf der Nordseite zum Parken dazu zu schlagen – dieser Hintergrund ist aus meiner Sicht durch die Sitzung bei LK Argus nicht mehr von Bedeutung.

Soweit meine Meinung zu diesem Vorgang.

Mit freundlichem Gruß

Meine Antwort:

Lieber Michael Becker,

mir mangelndes demokratisches Sozialverhalten vorzuwerfen empfinde ich grob gesagt, als eine Frechheit, die ich mir nicht gefallen lasse.

Du verschweigst, dass ich auf Deinen Protokoll-Entwurf unseres Vorbereitungstreffens der „Neuergruppe“ vom 8.3. für den LK-argus-Workshop darauf hingewiesen habe, dass meine Diskussionsbeiträge in Deinem Protokoll einfach nicht niedergeschrieben wurden.

Ich habe in keinster Weise neue Vorschläge eingebracht, sondern lediglich meinen Diskussionsbeitrag des Treffens vom 8.3. skizziert, welcher übrigens dem Vorschlag, den Du als Sprecher der Neuergruppe auf dem Treffen am 16.3. bei LK-argus vorgetragen hast m.E. prinzipiell nicht entgegen steht!

Bereits auf unserem Treffen am 8.3. habe ich erklärt, dass der ca. 5 Meter tiefe Streifen für das Quer-Parken auf der Südseite die von mir in der Skizze beschriebenen Vorteile hat, u.a. auch die Lieferzonenproblematik usw.

Ich kann meinerseits kein Fehlverhalten nachvollziehen.

Dir ist doch bekannt, dass wir, die Initiative Ararat, eine „moderate Null-Lösungs-Variante“ vertreten, wenn schon unbedingt ein Pilotvorhaben „Begegnungszone Bergmannstraße“ umgesetzt werden muss.

Ich betrachte meine Variante zur B/3 Skizzenidee von LK-argus als moderat, die den Charakter der Bergmannstraße weiterhin erhält und weitgehend alle Forderungen des Auftrags der „Gewerbetreibenden“ gewährleistet.

Leider hat der Meinungsaustausch vom 16.3. uns ja auch keine Gewissheit gebracht, was in einer Berliner Begegnungszone des Senats als Modellprojekt geplant werden darf, da dieser Punkt nicht hinterfragt wurde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gegeneinander dem gemeinsamen Anliegen, wie vor beschrieben, zum Erfolg verhilft.

Grüße, M.Michael (Spenner)

PS. Nach Erscheinen des endgültigen Protokolls, wird das im Blog veröffentlicht!

16112-01 Variante TrippleB „Verkehrsberuhigte (Entschleunigte) Bergmannstraße“

Auszug aus dem Offenen Brief an die Kollegen vom 15.3.2016:

„Wohlgemerkt, mein Vorschlag des ca. 5 Meter breiten Streifens auf der Südseite der Bergmannstraße (also parallel zum schmaleren Bürgersteig) vom Mehringdamm bis zur Zossener Straße lässt sämtliche Arten von Nutzungsmöglichkeiten zu, ob nun Quer-, Schräg- oder Gar-Kein-Parken, Fahrradparken, Spielen, Aufenthalt einschl. Außengastronomie, Lade- und Lieferzonen bis hin zu Flächen für Kunst und Kranken- und Versorgungsfahrzeuge und ggf. Grünflächen, intelligent verteilt auf über ca. 500 Meter Länge, so, dass „Gullys“ nicht verändert werden müssen bzw. keine Kanalisationsarbeiten durchgeführt werden brauchten.
Auf der Nordseite könnten ähnliche Flächennutzungen überlegt werden, eben nur auf einer Breite für Längsparken, ca. zwei Meter.
Für mich war immer schon eine Fahrspurbreite von ca. 5,50-6,50 Meter eine sinnvolle Lösung zur Entschleunigung des Verkehrs, auch ohne die Fahrbahn zu verschwenken wie in der Maaßenstraße, eben unter Beibehaltung des Charakters der Bergmannstraße, also einer normalen Straße, allerdings mit den Maßnahmen der Querungsbereiche mit aufgepolsterten z.B. Mittelmosaikflächen o.ä. auf nieveaugleiche Höhe mit den Gehwegflächen, um auch Rollstuhlfahrern das Queren zu erleichtern und auch als Ersatz für „Buckelmaßnahmen“ ggf. kombiniert mit Zebrastreifen oder -flächen und ggf. mit Gehwegnasen und -vorsprüngen und der Gestaltung der erweiterten Aufenthaltsflächen auf Gehwegniveau mit entsprechenden bzw. geeigneten Materialien.
Vorerst alle Detailfragen außer Acht gelassen.“ (Abstand zwischen Bordsteinkanten ca. 13,20 m – min. 5,50 m bis 6,50 m Fahrbahn verbleiben ca. 7,70 m bis 6,70 m für die nördlichen und südlichen Nutzungsbereiche der Straße. Wenn ich davon ausgehe, dass die nördlichen Straßenseitenbereiche im Prinzip so verbleiben wie sie derzeit genutzt werden, also für Längs-Parker etc., dann müssten für meinen Vorschlag lediglich die Aufenthaltsbereichsflächen, wie ich sie gestalterisch vorschlage, auf Bürgersteigniveau neu umgestaltet und umgebaut werden. Ansonsten bleibt die Bergmannstraße weitgehend so wie sie derzeit ist!

BegegnungBergmann 16112 - Variante entschleunigte Bergmann Initiative Ararat - 15-03-2016 14-40-31
Skizzenhafte Darstellung meiner Ausführungen eines „Minimal-Lösungs-Variante“ in Anlehnung an Variante 3 der Ideenskizzen für den Abschnitt B von LK-Argus, jedoch ohne Separationsbegrenzungselemente, wie etwa bunte Begegnungszonen Betonklötze, beispielhaft für den Teilabschnitt der Bergmannstraße zwischen Mehringdamm und Nostitzstraße
BegegnungBergmann 16106 - Beispiel Längs- und Schrägparker_ff_ff
Beispiel: Straße mit Längsparker und Schrägparker

16103-01 40 Jahre in der Bergmannstraße ansässig – Ein Brief

Ein Brief von Klaus-Jürgen Liedtke  an Lutz Stolze

Abwrackprämie für die Bergmannstraße?

Wieder greift man zu einem großen Vorschlaghammer gegen eine überaus lebendige, intakte kleine Straße – ja, lediglich das Teilstück einer Straße, die bereits 1980 verstümmelt und in zwei Abschnitte geteilt wurde und damals ihren einheitlichen Charakter verlor (übrigens seinerzeit sehr zum Schaden der Gewerbetreibenden in der Markthalle). Aus dem östlichen Teilstück ist eine tote Zone geworden, überspitzt gesagt, gibt es hier Leben lediglich im Café Strauß auf dem Gelände der Friedhöfe – obwohl der Marheinekeplatz selbst gewonnen haben mag. Die Straße aber ist zu einer reinen Durchgangsstrecke für den Ost-West-Radverkehr verkommen.
Nun sollen die gewachsenen Strukturen auch auf dem Stück zum Mehringdamm zerstört werden. Zugegeben, auf Fußgänger, vor allem Kinder, sollte mehr Rücksicht genommen werden.
Aber die größten Probleme hat der Bezirk mit dem Bau des für die Straße völlig überdimensionalen Gesundheitszentrums selbst verursacht und dadurch eine enorme Massierung von Verkehr in Kauf genommen (Lieferverkehr, Krankentransporte, kurzparkende Kunden).

Seit 40 Jahren in der Bergmannstraße ansässig und vor einigen Jahren erfolglos im Protest gegen diesen Klotz, werde ich nun Zeuge, wie meine (Teil)Straße kaputtsaniert werden soll – um was daraus zu machen? Eine beruhigte „Zone“, die in meinen Augen vor allem eins verspricht: Leben abzuwürgen. Dabei will mir nicht einleuchten, warum es nötig sein soll, künstlich einzugreifen, um die Straße rein äußerlich, mit ästhetisch kleinkarierten, provinziellen Zwangsmaßnahmen umzugestalten? Nicht einleuchten will mir auch, warum nicht eine Lösung wie in der Verlängerung, der Kreuzbergstraße, möglich sein soll, mit durchgängigen Radstreifen, die die Fahrbahn für Autos verengen würden – nur weil das Tempo 20-Gebot dem widerspricht? Abschreckende Beispiele für Berliner Straßen ohne parkende Autos bietet übrigens nicht nur die Maaßenstraße, sondern vor allem die tote Gegend um die Steinmetzstraße. Die Austreibung des Autoverkehrs bewirkt ein künstliches Straßenbild, die Austreibung normalen Lebens mit seiner „Kreuzberger Mischung“ und verstärkt die Tendenz zur reinen Amüsiermeile.
Daher bleibe ich – auch nach der Bürgerwerkstatt – bei meinem Plädoyer für den Status quo.
Wenn ich mir auch den einen oder anderen Zebrastreifen mehr zum Überqueren der Straße wünschen würde. Und eine Kameraüberwachung von Tempo 30 oder der weitgehend nicht befolgten Rechts-vor-Links-Regelung an der Einmündung der Solmsstraße
Bedenkenswert erscheint mit der Vorschlag eines Gewerbetreibenden: Einführung einer Testphase mit totalem Halteverbot für drei Monate, danach Auswertung des Experiments „tote Zone“.

Klaus-Jürgen Liedtke

16095-03 TrippleB – Offene Bürgerwerkstatt am 4.3.2016 – Resümee

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Ursel Götz, Jochen Zigenhals, Lutz Stolze vor dem ColumbiaFritz

„Zuckerbrot“ und Peitsche??
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Die sogenannte „Offene Bürgerwerkstatt“ ist ja nun gelaufen.

Mein Resümee „Im Westen nichts Neues!“.
Erstaunlicherweise hat Herr Dr. Heinrichs klar ausgesprochen, so habe ich es mir vor Ort aufgeschrieben, dass sich der Charakter der Bergmannstraße zwangsweise, bedingt durch die vorgestellten Grundsatzideen verändert, sollte es zu einer weiteren Planung auf der Grundlage der vorgestellten Ideenskizzen für die gesamte Bergmannstraße (Bereich B) kommen und auch ausgeführt werden. Genau das wollen wir und auch der überwiegende Teil der derzeitigen Interessengemeinschaft aber nicht!
Die vorgestellten Ideenskizzen sollen nur Grundsatzprinzipien darstellen, es geht heute nicht um Klärung von Details, sagte Dr. Heinrichs!
Auf unsere persönlicher Nachfrage beim Chefplaner, ob auch die Planung und Ausführung einer sogenannten „Light-Lösung“ (also z.B. nur Zebrastreifen, Stadtmobiliar, Begrünung usw.) geplant werden kann, antwortete er, unter Zeugen, dass eine solche Lösung sehr wohl möglich sei!
Als wir das in Frage stellten, antwortete er, da würden wir ihn schlecht kennen (oder so ähnlich).
Da aus Gründen des angeblich (nicht) limitierten Budgets tiefergreifende Maßnahmen, wie Bordsteinabsenkung oder echte Verbreiterung des „Gehwegbereichs“ einschließlich ggf. eines Sicherheitsbereichs mit entsprechenden Maßnahmen des Oberflächenbelags usw. und der Versetzung des Kantsteins (Bordstein) und somit wohl auch der Kanalisation usw., nicht geplant werden sollen, bleibt für Herrn Dr. Heinrichs die Ausführung der Abgrenzung von Fahrbahn und Gehwegbereich in den Ideenskizzen bisher ungeklärt. Aber schon kam wieder das Stichwort „KinderPoller“ der Maaßenstraße ins Gespräch.
Kurz: Überall da wo Du bemalte „KinderPoller“ siehst, erkennst Du eine „Berliner Begegnungszone“? Der hohe Wiedererkennungswert!BegegnungBergmann 16094 - Ararat-Plakat Offene Bürgerwerkstatt 03-03-2016 00-20-29
Aber genau diese missverständliche und unrealistische Darstellung der Gehwegerweiterungsflächen und der fehlenden Abgrenzung in den Schaubildern veranschaulicht m.E. , wie der Charakter der Straße so massiv verändert wird!
Weshalb wurden nicht ausreichende Gelder beantragt, um den „eigenen Stärken, Schwächen und Besonderheiten“ der Bergmannstraße gerecht zu werden?
Etwa wegen der Zielsetzung, wie auf der Senatsseite geschrieben wird: „Der Schwerpunkt liegt deshalb auf wirksame Maßnahmen, die schnell und kostengünstig zur Verbesserung der Situation beitragen können.“
Die neue Philosophie der „Wolfarth von Alm’schen Planungsidee“ des „Weißen Blattes“ gibt es meines Wissens in den Leistungsphasen und -bildern entsprechender Verordnungen so nicht. Auch die Architektenkammer Berlin konnte mir bisher nicht weiterhelfen. Selbst wenn man sich diesem Gedanken anschließen könnte, bedeutet das jedoch nicht, dass die einzelnen Leistungsphasen der entsprechenden Verordnungen usw., wie Grundlagenermittlung (die derzeitige Phase), die Vorentwurfsplanung (bisher angedacht ohne jegliche Diskussion bzw. Rückkopplung), gefolgt von der Entwurfsplanung (bisher angedacht als Präsentation ohne weitere Einflussnahme im Rahmen der Bürgerbeteiligung des konkreten fertigen Entwurfs für die BVV) usw. keinen Bestand mehr haben!
Deshalb ist ein ernsthaft gemeintes Bürgerbeteiligungsverfahren offenbar auch von Laien oder auch Lobbyisten scheinbar als Pseudo-Bürgerbeteiligungsverfahren entwickelt worden, sonst könnte das Verfahren mit der Diskussionsveranstaltung am 4.3.2016, der sogenannten „Offenen Bürgerwerkstatt“ vor der Erstellung eines Vorentwurfs, den wir ja sogar gar nicht vorgelegt bekommen sollen, nicht bereits beendet sein. Offenbar das Ergebnis der Steuerungsrunden von der sogenannten Steuerungsgruppe, die ja wohl jetzt versucht, „von hinten durch die Brust ins Auge“ den Ablauf, z.B. durch sogenannte Workshops, zu korrigieren.

Deutlich ausgesprochen hat Herr Wolfarth von Alm, dass der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, vertreten durch Herrn Bezirksbaustadtrat Panhoff, sich für die Aufnahme in das Modellprojekt 5 „Berliner Begegnungszonen“ des Konzeptes der Berliner Fußverkehrsstrategie für eins der drei Pilotvorhaben zusammen mit 33 (?) anderen Straßen beworben hat.
Der Bergmannstraße wurde durch Auswahl eines Expertengremiums ein Zuschlag für die Umplanung in eine Berliner Begegnungszone erteilt.
Gerade deswegen stellt sich für uns erneut die Frage, wie es und mit welchen konkreten Begründungen, abgesehen von denen, die Herr Panhoff am 18.2.16 so leicht hin genannt hatte, es überhaupt zu dieser Beschlussfassung einer Bewerbung der Bergmannstraße zur Begegnungszone durch die BVV kommen konnte.
Waren die Abgeordneten ausreichend und frühzeitig genug für eine derart existenzentscheidende (Qualitäts-)Veränderung des „Kreuzberg-Boulevards“ Bergmannstraße informiert worden?
Sind eventuell, wie in anderen Beispielen, Informationen zurückgehalten worden? Diesen entsprechenden Dokumenten bin ich immer noch auf der Spur, denn die muss es ja geben!
An den Gesprächsrunden der 3 x 3 Varianten haben wir aus gutem Grund nicht wirklich teilgenommen, bis auf den Kommentar, dass wir eine Zerstörung des Charakters der Bergmannstraße nicht wollen!(), unter anderem deswegen, weil wesentliche Fragen, z.B. das Budget, die Bedingungen der Finanzierung, die Fragen bezüglich des Ausführungsverfahrens (Bauzeitplanung) usw. im Vorfeld nicht beantwortet wurden und weil wir generell die Grundsatzideen bzw. Grundsatzprinzipien des Planerteams ablehnen, da sie, wie bereits gesagt, laut Dr. Heinrichs zwangsweise den Charakter der Bergmannstraße verändern, auch deswegen, weil nahezu sämtliche Parkplätze wegfallen sollen.

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16095-01 Flugblatt zur Offenen Bürgerwerkstatt – Begegnungszone Nein Danke!

BegegnungBergmann 16094 - Flugblatt Kommedia Bergmannstr_ff

„Begegnungszone“ Nein Danke !
kein Modellvorhaben mit Risiken und Nebenwirkungen
Sehr geehrte Teilnehmende an den von Senat und Bezirk initiierten Informationsveranstaltungen, liebe Nachbarn und Freunde der Bergmannstraße.

Wir freuen uns, dass Sie sich für die Entwicklung unseres Lebens- und Arbeitsraums interessieren.
Wir möchten jedoch ausdrücklich auf Risiken und Nebenwirkungen der bereits fortgeschrittenen Planungen sowie die des Beteiligungsverfahrens hinweisen.

Normalerweise werden Verkehrsplanungen ja mit Fakten wie zum Beispiel gestiegenen Unfällen begründet. Dies ist hier jedoch nicht der Fall.

Bei dem Vorhaben einer „Begegnungszone“ handelt es sich um ein Modellvorhaben aus politischen Idealvorstellungen. Für diese stellt der Bezirk unseren Lebens- und Arbeitsraum zur Verfügung.
Die große Richtung scheint bereits klar und soll gar nicht mehr in Frage gestellt werden können.
Entsprechend werden in den Informationsveranstaltungen bzw. im Internet drei Varianten zur Wahl gestellt – nicht jedoch der Sinn insgesamt zur Debatte gestellt.

Sie laufen also Gefahr, als Beteiligungsstatisten nun Begründungen für diese Umsetzungsplanung nachzuliefern.
Das Risiko ist, dass Sie in kleinen Details mitreden dürfen. Was am Ende tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet die Bezirksverordnetenversammlung.

Bei allem vielleicht auch guten Willen, bleibt das Ganze ein Modellvorhaben mit sehr unsicherem Ausgang, das nach 2 Jahren Bauzeit auch mächtig schief gehen kann, wie man bereits in der Maaßenstraße besichtigen kann.
Die Zeche werden wir Anwohnern und Gewerbetreibenden zahlen – nicht die Planer.

Bereits auf der Informationsveranstaltung am 18.2.2016 waren weder Bezirk noch Senat willens und in der Lage faktenbasierte Planungsbegründungen oder Budgethöhen zu nennen.
Originalton unseres Bezirksstadtrates Herr Panhoff:
„Sie können doch froh sein, dass wir Sie beteiligen!“ – Danke Herr Stadtrat, da werden wir im September dran denken!

Wir wollen weder zu Statisten einer Image-getriebenen Beteiligung werden, noch wollen wir Versuchskaninchen in einem Planspiel sein, das den gewachsenen Charakter der Bergmannstraße erheblich beeinträchtigen wird.

Was nicht ausschließt, dass kleine Änderungen wie Zebrastreifen oder mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger denkbar und mit uns machbar sind. Wir wollen jedoch eine ganz „normale“ Straße bleiben.

Wenn Sie gegen die sehr erheblichen Umgestaltungspläne aktiv werden wollen, dann tragen Sie sich in eine Adresslisten unseres Aktionsbündnisses ein, damit wir in Begegnung bleiben können.

z.B. im
Buchladen Kommedia (Marheinekehalle)
bei Ararat,
im Felix Austria
bei Herrlich
…. und vielen weiteren teilnehmenden Partnern, die Sie am einschlägigen Plakat erkennen.
oder
Sie senden eine Mail an: Bergmannstrasse.ohne.zone@gmail.com

Begegnung braucht Zeit – die sollten wir uns nehmen!

V.i.s.d.P Anwohnerinitiative Bergmannstraße 69 / Kommedia Buchhandlung, Marheinekeplatz 15

16092-07 Plakataushang Michael Becker? Begegnungszone Nein – Danke!

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windowART … im Vorbeigehen Foto: 16092 – ARARATimage

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BegegnungBergmann 16093 - Plakataushang HERRLICHPlakataushang von unbekannt … Michael Becker? Foto: eMail HERRLICH 16092


eMail
vom 3.3. von Stefan Neitzel an Michael Becker:

Hallo Michael.

Danke für das Protokoll. Das ist jetzt aber NICHT unser gemeinsamer
offizieller Plakatentwurf, sondern die Privatmeinung von Lutz von Kommedia.
Oder hast Du einfach das Plakat mit Lutz Stolze weiterentwickelt und mich
darüber nicht informiert während ich Dir noch fleißig Texte zur Abstimmung geschickt habe, weil ich am 22.02. mit der Abstimmung uns Erstellung eines Plakats beauftragt wurde?

Wenn das rausgeht und aufgehängt wird, muss es ein zweites, offizielles
Plakat von uns allen geben. Ich wundere mich darüber, dass ich den
Lutz-Stolze-Entwurf jetzt erstmalig von Dir bekomme und nicht von ihm direkt und er auch nicht auf dem Treffen am vergangenen Montag anwesend war.

Wenn das hängt, dann haben wir den Wahlkampf um die beste Bergmannstrasse auf Plakaten und sind genau da angekommen, wo wir nicht hinwollten: O-Ton Frau Nowak, „ja die Gewerbetreibenden, die haben widerstrebende Interessen, deren Zusammenschlüsse halten nicht lange und es ist schwer einen gemeinsamen Ansprechpartner zu finden.“ Auf Deutsch „ein Hühnerhaufen, den man nicht weiter Ernst zunehmen braucht“.

Bekommen wir eine gemeinsame Linie hin mit der wir am Freitag auf der
offenen Bürgerwerkstatt auftreten? Wir brauchen ein gemeinsames Wording, ein Mandat für die Leute, die sich in die Diskussion einmischen. Stellen wir den Plan von Rafael Steiner als vierten Weg vor? Nehmen wir die Schlagworte aus unserem am 18.02. veröffentlichten und gemeinsam unterschriebenen Protokoll?
Kondensieren wir das zu drei bis zehn Kernforderungen? Beispielsweise auf
die vom Plakat?

Wer geht noch hin?

LG

Stefan