16216-01 Michael Becker + Gundula Hoburg, Herrlich iS TrippleB – „PRO.BERGMANN’JA!“

… heute [16216] gelesen …

Herrlich – Position
zum Umbau der Bergmannstraße

Die Bergmannstraße in Kreuzberg ist eine über viele Jahrzehnte gewachsene Geschäftsstraße, zumindest in dem Teil, um den es bei diesem Vorhaben geht. Knapp 500 m gelebte Infrastruktur, links und rechts über 90 Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Lebensmittelfilialisten und einem Gesundheitszentrum. Die Marheineke-Markthalle an einem Ende, der Mehringdamm und der Kreuzberg am anderen.

Eigentlich alles schick, bis auf Kleinigkeiten: Der Autoverkehr hält sich zu wenig an die vorgegebenen 30 Km/h, die Fahrräder fahren sehr wuselig und leider oft auch auf dem Gehweg. Der Lieferverkehr blockiert die 2. Reihe und abgestellte Fahrräder auf dem Gehsteig machen diesen zum Teil sehr eng für die Fußgänger. Ein Überqueren der Straße fällt nur routinierten Urbanisten leicht, Touristen und Menschen
mit Einschränkungen scheitern.

Der größte Teil dieser Ärgernisse ließe sich durch eine konsequente Kontrolle der bestehenden Regeln der STVO aus der Welt schaffen.
Hier wäre das Ordnungsamt und Herrn Henkels Polizei gefragt! Die wollen ihre Rolle aber wegen der Personalnot nicht spielen.
Also wird das Stück neu inszeniert: die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung übernimmt die Regie (sie liebt es, ohne Verantwortlichkeit in die Bezirke hinein zu fummeln).  Sie bietet hier ein Modelprojekt für die „Fußverkehrsstrategie“ aus dem Jahr 2011 an…
auf Antrag des Bezirkes. Böse ist, wer Böses dabei denkt! Ja, wir sind böse!
Eine moderne Verkehrsstrategie für Berlin liegt voll im Aufgabenfeld der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung! 
Ein Verkehrskonzept für den wachsenden Radverkehr – ebenfalls Aufgabe dieser Verwaltung. In beiden Fragen klägliches Stückwerk!

Jetzt, mit einer Verzögerung von mindestens vier Jahren wird die Fußverkehrsstrategie mit drei ersten „Modellprojekten“ umgesetzt: Modellprojekt 1 = Massenstraße in Schöneberg erntet den Bundesdeutschen Spott. Alles wartet auf schönes Wetter, um sich die Pleite schönzugucken. Derweil haben die Skater schon mal die kalten Stahlbänke als ihr „urbanes Handicap“ entdeckt.

Wie viel Kleinmütigkeit und Verzagtheit steckt eigentlich in dieser Senatsverwaltung?
Wie blöd muss ein Bezirk sein, um sich so am Nasenring durch seine Straßen ziehen zu lassen?
Wir wollen keine entseelte Bergmannstraße, in der die Anwohner und Besucher über die Installationen stolpern müssen,
mit denen sich die Planer verwirklicht haben!

Ja – es braucht mehr und verbesserte Querungsmöglichkeiten für Fußgänger!
Ja – der Autoverkehr muss auf die 30 km/h runtergeregelt werden!
Ja – es braucht Abstellplätze für Fahrräder, die nicht die Bürgersteige blockieren!
Ja – der zunehmende Lieferverkehr (auch für die Haushalte) braucht gesicherten Raum!
Ja – vor dem Gesundheitszentrum braucht es Raum für liefernde LKW und wartende Krankenwagen!
Ja – eine einheitliche Vorfahrtsregelung rechts vor links auf der ganzen Strecke!
Ja – ein paar Bänke und grün um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Aber keine neue Party-Strecke!
Ja – die dann verbleibenden Parkplätze in der Bergmannstraße erhalten!

Ist das zu viel verlangt?

Michael Becker und Gundula Hoburg

16211-01 TrippleB: weiteres Vorgehen (Ablaufplanung) Senat/Bezirksamt (eMail)

BegegnungBergmann 16212 – 20151210_LKA_Friesenstrasse_Blatt01 BegegnungBergmann 16212 – 151014_Zusammenfassung Hinweise Öffentlichkeitsbeteiligung Friesenstraße_anonym BegegnungBergmann 16211 – eMail Maria Halit iS Ablaufplanung des Senats TrippleB
Liebe Freunde der Bergmannstraße!
Maria Halit hat mich für Michael Becker gebeten folgende wichtige Informationen iS TrippleB des Senats bzw. des Bezirksamts zur Kenntnis weiterzuleiten, welche auch bereits von leiser-bergmannkiez bereits kommentiert wurden!
Dieser Bitte komme ich gerne nach!
Unsere Anmerkungen dazu werden schnellstmöglich aus unserer Sicht kommentiert in einem Beitrag in unserem Blog www.begegnungbergmannblog.ararat-berlin.de kurzfristig veröffentlicht.
Grüße
DurchsetzungsINITIATIVE ARARAT
Michael Spenner

WG: BZ BergmannStr: weiteres Vorgehen

teingang x

LOK_Info <info@lok-berlin.de>

23. Mai (vor 2 Tagen)
an mich

 

Lieber Michael,
Mit schönem Gruß von Michael Becker.
Kannst diese Info’s an die LG Argus gruppe weiterleiten? Ich schicke Dir gleich auch noch die Rückfragen von Hans Peter Hubert dazu.
Geht’s gut ansonsten?
Wie es scheint, ist der Weg zur Begegnungszone ein behutsamer geworden….
Sieht zumindest so aus.
LG Maria

Von: Meyer, Ursula [mailto:Ursula.Meyer@ba-fk.berlin.de]
Gesendet: Freitag, 20. Mai 2016 11:45
An: Bartel, Dirk <dirk.bartel@senstadtum.berlin.de>; Ehrlichmann, Ulrike <Ulrike.Ehrlichmann@ba-fk.berlin.de>; Hans-Peter Hubert <post@leiser-bergmannkiez.de>; Heinrichs Dr., Eckhart <heinrichs@lk-argus.de>; Horst Wohlfarth von Alm (horst.wohlfarth-von-alm@senstadtum.berlin.de) <horst.wohlfarth-von-alm@senstadtum.berlin.de>; Jung, Gabi <jung@bund-berlin.de>; Kiczka-Halit, Maria <info@lok-berlin.de>; Koller, Axel <Axel.Koller@ba-fk.berlin.de>; Korte, Jan <korte@zebralog.de>; Krenkel, Dörte <doerte.krenkel@senstadtum.berlin.de>; Laube, Marion <marion.laube@vcd-nordost.de>; post@stadtteilausschuss-kreuzberg.de; Riedel, Daniela <riedel@zebralog.de>; Schulz-Herrmann, Helmut <Helmut.Schulz-Herrmann@ba-fk.berlin.de>; Sonja Patermann (patermann@lk-argus.de) <patermann@lk-argus.de>; Stadtrat.Beckers <stadtrat.beckers@ba-fk.berlin.de>; Stadtrat.Panhoff <Stadtrat.Panhoff@ba-fk.berlin.de>; Stefan Kohte (VCD Nordost) <stefan.kohte@vcd-nordost.de>
Betreff: WG: BZ BergmannStr: weiteres Vorgehen

Liebe Mitglieder der Steuerungsrunde,

anbei erhalten Sie – wie in der letzten Steuerungsrunde vereinbart – den von SenStadtUm nun vorliegenden Zeitplan mit der Bitte um Feedback. Der Zeitplan ist mit dem Büro LK Argus und uns soweit vorabgestimmt. Die Senatsverwaltung schlägt für das nächste Treffen der Steuerungsrunde einen Termin in der ersten Juli-Hälfte vor. Ich bitte Sie uns dazu Rückmeldung zu geben.

Zeitplan 3. Phase BZ-Bergmannstraße:

1.      Bisherige Ergebnisse veröffentlichen (Homepage)
à Bis Ende Mai 2016

2.      Das Planungsbüro macht auf Basis der Auswertung der Bürgerbeteiligung einen Planentwurf; der Planentwurf soll einen Vorschlag zur testweisen Umsetzung temporär umgestalteter Teilbereiche enthalten und eine grobe Kostenschätzung  enthalten und muss mit den Töb vorabgestimmt sein

à Mai bis August 2016; In der 2. August-Hälfte ist kaum jemand da (Sommerferienzeit!)

3.      Schluss-/Informationsveranstaltung; Es soll eine Infoveranstaltung zum Planungsstand (Planentwurf) geben. Auf dieser soll es die Möglichkeit geben, Feedback zum Planungsstand zu geben (z.B. über Postkarten, per mail); Hinweis: Der Veranstaltung ist eine separater GWT-Termin vorgeschaltet. Dieser wurde den GWT beim letzten Treffen zugesagt (kleine Arbeitsgruppe).

à Anfang September (vorher Ferienzeit!) mit final vorabgestimmten Planentwurf (z. B. TöB etc.)

4.      Auslegung bzw. Aushang des Planentwurfes (Stadtteilausschuss -> Schaufenster/BA -> Foyer o. ä.) und Feedback dazu durch Bürger; Zugänglichkeit auch über Internet (Homepage Bürgerbeteiligung, BA, SenStadtUm); Auch hier soll es die Möglichkeit geben, Feedback zum Planungsstand zu geben (z.B. über Postkarten, per mail)

à 2./3 Sept.-Woche (während dieser Zeit Wahl: 18.9!)

5.      Feedbackauswertung und Transparentmachung (z. B. Dokumentation im Internet, PM etc.) + Stellungnahme des Planungsbüros zum Feedback (auch öffentlich z. B. über Homepage Bürgerbeteiligung, BA, SenStadtUm; 2-3 Seiten Stellungnahme warum Vorschläge in den Planentwurf aufgenommen bzw. nicht aufgenommen werden)

à um den 30 September

 

6.      Finalisierung des Entwurfs des Planentwurfs durch das Planungsbüro und finale Veröffentlichung (z. B. Homepage Bürgerbeteiligung, BA, SenStadtUm etc.)

à bis Ende Oktober

7.      Einspeisung des abgestimmten, belastbaren Planentwurfs in den pol. Prozess durch das BA F-K (BVV-Abstimmung)

à ab November (noch keine BVV-Termine veröffentlicht)

8.      Eine probeweise Umgestaltung von wesentlichen Maßnahmen (Testphase) soll zumindest für Teilbereiche geprüft werden.

à Ab Sommer 2017…

Mit freundlichen Grüßen
i.A.
Ursula Meyer
Referentin der Abt. Planen, Bauen und Umwelt
Yorckstraße 4-11, 10965 Berlin
Tel. 90298 3259
Fax 90298 2512

Initiative Ararat
BEGEGNUNGBERGMANN
ARARAT GmbH > Diplom-Ingenieur M.Michael Spenner c.consultant
Postfach 311640 DE 10653 Berlin
MOB: +49 171 4621890  FAX: 030 88627743
eMAIL: begegnungbergmann@ararat-berlin.de / mpadspenner@gmail.com
www.begegnungbergmannblog.ararat-berlin.de
www.ararat-berlin.de  eMail: buero@ararat-berlin.de

16213-01 Tagesspiegel Checkpoint vom 25.5.2016 – Beitrag Begegnungszone Check Point Charlie

Beitrag im Tagesspiegel unter Checkpoint vom 25.5.2016

Eigentlich wollte der Senat ja auch unseren geschundenen Namensvetter Checkpoint Charlie zur „Begegnungszone“ verunstalten (dabei kann man sich dort sowieso nicht aus dem Weg gehen) – nach dem Betonpoller-Desaster in der Motzstraße [gemeint ist wohl die Maaßenstraße in Schöneberg, iwann] und dem Bürgeraufstand in der Bergmannstraße deutet die Verwaltung jetzt aber verdruckst einen Rückzieher an: „Aus den bisherigen Erfahrungen zur Schaffung von Begegnungszonen in Berlin bleibt offen, ob der Bereich Checkpoint Charlie dafür geeignet ist“, antwortete Senatsbaudirektorin Lüscher jetzt auf eine Anfrage der Abgeordneten Lompscher.

eMail an den support des Tagesspiegel vom 25.5.2016
Liebe Redaktion,

in unserem Blog www.begegenungbergmannblog.ararat-berlin.de haben wir Ihren Beitrag eingestellt.

Allerdings haben wir uns erlaubt, eine Korrektur anzumerken, nämlich, dass das 1. Berliner Pilotvorhaben des 5. Modellprojektes Begegnungszonen der Berliner Fußverkehrsstrategie aus dem Jahre 2011 die Schönenberger Maaßenstraße ist und nicht die Motzstraße.

Wegen der Bedeutung der Berliner Begegnungszonen-Absichten bitten wir eine Richtigstellung zu veröffentlichen!

Außerdem möchten wir klarstellen, dass im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens seitens der sogenannten „Gewerbetreibenden“ oder besser der „geschäftsmassig ansässigen Anrainer“ sich eine berechtigte sachliche Diskussion in Sachen „TrippleB“ und kein „Bürgeraufstand“ über die Online-Verfahren hinaus mit den Akteuren entwickelt hat, zumal bis heute wohl Kosten, laut Antwort in der BVV auf Anfrage, in Höhe von ca.135.000 € nur für das Pilotvorhaben Begegnungszone Bergmannstraße aufgelaufen sind, obwohl nicht einmal eine Vorentwurfsplanung vorliegt.Wesentlichster Gesichtspunkt der vorgelegten Planerskizzen, ersatzloser Wegfall aller Parkplätze vom Mehringdamm bis zur Marheineke-Platz, ohne wirkliche Berücksichtigung der Konsequenzen für die Anlieger, also auch der Anwohner, bzw. alternativer planerischen Überlegungen.

Richtig ist allerdings, dass von Gruppierungen Überlegungen bestehen, ein Bürgerbegehren, z.B. etwa unter Maßgabe
„PRO.BERGMANN JA! – Keine zweite MaaßenZone“, zu beantragen!

Mit freundlichen Grüßen

Initiative ARARAT No TrippleB
iwann Freital zu Herder
(begegnungbergmann@ararat-berlin.de)

16205-01 Demopolis AdK Beiträge UR_BER Sitzung #1 – #5 Resumé Forderungen

Liebe Gäste der UR_BER Sitzung #4 & #5,

ein Dankeschön nochmals für euer Kommen und eure Beiträge zu diesem Versuch, konkrete Forderungen in Bezug auf Stadtrechte an die Berliner Politik auszuarbeiten!

Wir haben die Ergebnisse der Diskussionen zusammen gefasst und folgende Forderungen an die Politik (je 1 Kernforderung pro Sitzung + Erläuterungen) ausformuliert zwecks Veröffentlichung und für die Übergabe an stadtpolitische Sprecher am 24.Mai in der ADK.

Fehlt etwas, ist etwas unklar oder falsch formuliert, kann etwas weg gelassen werden? Wir würden uns vor allem freuen, wenn diejenigen von Euch, die verhindert waren, die Möglichkeit ergreifen würden doch noch zu Wort zu kommen.

Es war mir eine Freude!
Liebe Grüße, Carolin

15. MÄRZ SITZUNG #1
BERLIN: HABEN WIR EIN RECHT AUF UNSERE STADT?
Berlin sollte ein Platz für alle sein. Um demokratische Teilhabe zu gewährleisten, fordern wir ein Mitspracherecht bei der Gestaltung, das Nutzungskonzepte für die Stadtgemeinschaft stärker gewichtet als die Finanzkraft Einzelner.
Kriterien und Vorschläge an die Politik für einen Umgang mit öffentlichen Räumen, der demokratische Teilhabe ermöglicht:
• Grundlage für Stadtrechte sind die Menschenrechte.
• Ein Kriterium für die Qualität eines Ortes ist, inwiefern die Rechte des Einzelnen in ihm
gewährleistet werden.
• Vielfalt, Zugänglichkeit und Aufenthaltsqualität für alle müssen gewährleistet sein –
kostenfrei.
• Grundlage für demokratische Teilhabe ist eine Kultur des Respekts.
• Es sollte den unterschiedlichen Konzepten von „Sicherheit“ Beachtung geschenkt werden.
• Im öffentlichen Raum sollten auch Freiräume und Freiflächen ihre Berechtigung haben.
• Stadt muss Ressourcen für Initiativarbeit zur Verfügung stellen, z.B. Außen- und Innenräume in denen sich Aktive treffen und austauschen können.
• Überregulierung und Überformalisierung in Hinsicht auf die Nutzung eines Ortes durch Bürger sollten vermieden und rückgebaut werden.
• Einschränkung von Kommerzialisierung und „Fressmeilisierung“
• Schutz von gewachsenen Strukturen / Gemeinschaften u.a. in Form von Mieterschutz für Wohnmiete als auch für lokale Gewerbe
22. MÄRZ SITZUNG #2
OPEN CITY BERLIN: WAS WISSEN WIR WIRKLICH ÜBER UNSERE STADT?
Um Bürgern den Informationszugang über Bestand, Pläne und Nutzung von öffentlichen Räumen in Berlin zu gewährleisten, fordern wir von der Politik die Einrichtung und Finanzierung einer unabhängigen Schnittstelle zwischen Bürgern und Stadt („Rat für die Räume“).
Kriterien und Vorschläge an die Politik für eine transparente(re) Informationspolitik in Bezug auf den Umgang mit öffentlichen Räumen:
• Implementierung und Forderung einer „Schnittstelle“ oder „Vermittlungsagentur“ – einen „Rat für die Räume“ – zwischen urbanen/städtischen Initiativen/Bürgern und der
Politik bzw. den Behörden: Mediations- und Organisationsstruktur um Bottom-up-Prozesse zu erleichtern und das Wissen um spezifische städtische und soziale Anforderungen leichter „von der Basis“ in die politischen Entscheidungsgremien zu bringen, sowie anders herum für die Umsetzung von urbanen Commons-Projekten leichter Verständnis und konkrete Unterstützung zu bekommen von Seiten der Behörden zu bekommen.
• Verbindlichkeit schaffen mittels Durchsetzung von Auflagen und Verantwortlichkeiten bei Veräußerungen an private Investoren.
• Anzeigepflicht vor Veräußerungen / Privatisierungen einführen.
• Reversibilitätsprinzip einführen, d.h. Ermöglichung von Rückabwicklungen bei
Veräußerungen.
• Anschlagpflicht für Bebauungspläne (vgl. Schweiz) einführen.
• Verpflichtung zur Einhaltung von Bebauungsplänen.
• Flächenmonitoring und kartenorientiertes Arbeiten.
• Ressourcenknappheit entgegen wirken und Grundstücke zurück kaufen statt verkaufen.
• Freiräume / Optionsräume für zukünftige Nutzungen durch die Öffentlichkeit erhalten.
29. MÄRZ SITZUNG #3
BERLIN ALS GEMEINGUT: WIE KÖNNEN WIR UNSERE STADT GEMEINSAM NUTZEN?
Zur Ermöglichung einer gemeinschaftlichen Nutzung von öffentlichen Räumen in Berlin fordern wir die politische Anerkennung der Relevanz und Legitimität von Bürgerinitiativen bei deren Gestaltung und Nutzung, die Bereitstellung von nötigen Ressourcen für deren Arbeit sowie eine gemeinwohlorientierte nachhaltige Bodenvorratswirtschaft.
Kriterien und Vorschläge an die Politik für eine transparente Informationspolitik in Bezug auf den Umgang mit öffentlichen Räumen:
• Starke Zivilgesellschaft statt starker Führung
• Statt politische Visionen zu präsentieren, die bestehenden Ideen von aktiven Bürgern fördern
• Gemeinschafts- und Aushandlungsprozesse bei der Zusammenarbeit von
zivilgesellschaftlichen Aktiven und Vertretern der Stadt sollten basieren auf Koop
erationsfähigkeit, Aufgeschlossenheit und Augenhöhe
• Wertabschöpfung aus Nutzung öffentlicher Räume muss an die Stadtgemeinschaft gehen Konzept der „Stadtrendite“ qualifizieren
• Zukunftsorientiertes Land Management / Bodenvorratswirtschaft betreiben
• Alternativen Projekten auch unter steigendem Verwertungsdruck dauerhafte Existenz
ermöglichen
• Keine Public-Private-Partnership (PPP)-Verträge in der Daseinsvorsorge, die mit
Geheimhaltung des Vertragstextes, Gewinngarantien und geheimen Schiedsgerichten
verbunden sind.
• Keine Vereinnahmung ehrenamtlicher Aktivitäten im Sinne einer neoliberalen Stadtpolitik
• Nachwuchs sensibilisieren z.B. Schüler- und Studentenräte
• Soziale Wohnungspolitik betreiben
• Zugang schaffen zu Gemeingütern (Wasser/Räume/Energie/Grünanlagen…)
10. MAI SITZUNG #4
MOBILITÄT BERLIN. WAS BEWEGT UNS?
Um einen sicheren, schnellen, komfortablen und umweltfreundlichen Verkehr in Berlin gewährleisten zu können, fordern wir von der Politik eine Anpassung ihrer Anstrengungen an die heute bestehende Nutzungsverteilung.
Kriterien und Vorschläge an die Politik für einen Umgang mit Verkehr, der allen Teilnehmern gerecht wird:
• Flächengerechtigkeit herstellen
Auf 1000 Einwohnner kommen 721 Fahrräder und 324 Autos (1), jedoch sind 58% der
Verkehrsfläche dem Auto, 33% den Fußgängern und nur 3% dem Fahhrad vorbehalten (2).
1: Umweltbewusstseinstudie 2014, UBA
2: Flächen-Gerechtigkeits-Report, Agentur für clevere Städte, 2014
• Budget für Instandhaltung und Ausbau alternativer Verkehrsmittel an die heutige
Nutzungsverteilung anpassen
• Fahrradwegbau-Planung soll auf zukünftig gewünschter Nutzung und nicht auf Zählungen aus der Vergangenheit beruhen
• Fahrradpolizeistaffeln ausbauen
• VLB reformieren um eine transparente, gerechte Verkehrentwicklung gewährleisten zu
können
• Verkehr muss an seinen schwächsten Teilnehmern ausgerichtet werden (Grüne Welle, Tempo für Straßenüberquerung an die schwächsten Verkehrsteilnehmer anpassen)
• Die Bewertung der Nutzungskosten für öffentlichen Raum sollen an den Flächenverbrauch angepasst werden (Stichwort Parkgebühren und Falschparkerahndung)
• Die historischen Wasserwege sollen reaktiviert werden für den Personenverkehr
• Fahrradfahrer und Fußgänger sollen in Straßen parallel zu Hauptverkehrsachsen Priorität bekommen
• Begegnungszonen einrichten, in denen behutsam Verkehrserfahrung gesammelt werden kann
• Die Verkehrsschulbildung soll ausgebaut werden. Es wird eine Schule pro Altbezirk
gefordert.
17. MAI SITZUNG #5
STADTRAUM BERLIN: WO KÖNNEN WIR NOCH EXPERIMENTIEREN?
Um eine flexible, transparente und gerechte Nutzung des öffentlichen Raums zu ermöglichen, fordern wir von der Politik einen Abbau von bürokratischen Schranken, wenn es um temporäre Nutzung des öffentlichen Raums zu gemeinnützigen Zwecken geht.
• Als „unverwertbar“ eingestufte Flächen für gemeinnützige Zwecke freigeben und
Nachbarschaftsprozesse dazu finanzieren
• weiße Punkte / schwarze Löcher: Flächen frei von Regulation schaffen, die es den Bürgern erlaubt, das „wie“ einer Idee auszprobieren und gegebenenfalls auch damit zu scheitern
• Losverfahren anstatt Produktivitätslogik bei Flächenvergabe
• Existente Räume belassen und vor Verdrängung schützen
• Zwischennutzung fördern und Leerstand durch Regulation vermeiden
• Die Forderung nach einem „Rat für die Räume“ kam erneut (Vgl. Sitzung #2). Es wurde
erweitert um die Forderung, dass es ein Organ geben sollte, welches alle relevanten
Prüfungen durchführt bzw. einleitet und Initiativen nicht zehn Anträge an zehn Ämter stellen müssen.
• Die Berliner Gewässer zugänglich machen:
Ufermauern abbauen, Wasserqualität verbessern, Regulation lockern
• Öffentliches W-LAN einrichten
• Forderungen an die Bevölkerung: weniger Scham bei der Nutzung des öffentlichen Raums, mehr Experimente des eigenen Verhaltens, Möglichkeiten schaffen des Sich-Begegnen und Miteinander-Verhandeln

16182-01/10164 Fußverkehrsstrategie – FUSS e.V. Berlin – Hauptstadt der Fußgänger

BegegnungBergmann 16182 – fussverkehr

Experten-Workshop im Rahmen des Beirats „Berlin zu Fuß“

am 16. April 2010, 14:00-17:30 Uhr im „Rittersaal“ in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Der Experten-Workshop bestand aus

  • einer Einführung über die Fußverkehrspolitik des Landes Berlin durch Herrn Heribert Guggenthaler von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin,
  • einer Erläuterung der Vorgehensweise im Beirat „Berlin zu Fuß“ zur Erarbeitung einer Fußverkehrs-Strategie durch Herrn Christian Spath vom Büro für Städtebau und Stadtforschung Berlin,
  • einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden des FUSS e.V. Fachverbandes Fußverkehr Deutschland Arndt Schwab aus Koblenz und
  • einer methodenunterstützten Ideensammlung mit einer anschließenden gemeinsamen Erläuterung und punktuellen Diskussion, moderiert durch die Trainerin für Soziales Lernen, Kommunikation und Konfliktbearbeitung Hanna Schlagk aus Potsdam.
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 14 Mitglieder des Bundesvorstandes des FUSS e.V. aus 11 verschiedenen Städten in Deutschland und der Schweiz, drei Mitarbeiter der Senatsverwaltung sowie der Moderator des Beirates „Berlin zu Fuß“.

Die etwa insgesamt 75-minütige Ideensammlung erfolgte vierstufig, beginnend mit Notizen aller Teilnehmer/innen, in Zweiergesprächen, in Vierer-Gruppen und zuletzt im Plenum. Angeregt wurden die Teilnehmer/innen durch Fragestellungen allgemeiner Art über ihre Erfahrungen aus Heimat- und bereisten Städten hinsichtlich ihrer Fußgängerfreundlichkeit (1) und in einer zweiten Phase durch eine zufällig „gezogene“ Rollenübernahme von Fußgängern verschiedenen Geschlechts und Alters, mit unterschiedlichen örtlichen Zielen, Interessen oder auch Beeinträchtigungen (2). Diese Phase der freien Äußerungen, wie sich die Teilnehmer/innen im Idealfall eine Fußgängerstadt vorstellen, welche Randbedingungen dabei wichtig sind und welche Anforderungen sich aus der übernommenen Rolle ergeben würden, erbrachten insgesamt etwa 240 Hinweise.

Im abschließenden 45-minütigen Plenum wurden Wiederholungen an der Pinnwand doppelt gesteckt und die Karten nach Gebieten grob sortiert. Assoziative Formulierungen und kurze Stichworte wurden erläutert und teilweise diskutiert. Auf eine weitere Arbeitsphase zur Beurteilung der Umsetzungsmöglichkeiten der Vorschläge musste aus Zeitgründen verzichtet werden.

Zur besseren allgemeinen Verständlichkeit und der einfacheren Verwertbarkeit der Aussagen wurden die Stichworte und Sätze nach dem Workshop noch einmal gekürzt, soweit notwendig erläutert und in kleinere Themengruppen zusammengefasst. Bei der folgenden Zusammenstellung der Ergebnisse ist zu beachten, dass sich die Aussagen auf verschiedene Fragestellungen im Verlaufe der Ideensammlung beziehen.

Zusammengefasste Zielfrage des Workshops: Welche Aspekte und Details sind den als Vorstandsmitglieder der Fußgängerlobby „bewußteren“ Fußgängerinnen und Fußgängern besonders wichtig, wenn es darum geht, in der Stadt verkehrssicher, gesund und angenehm gehen zu können.

Fußgängerstadt = lebenswerte + liebenswerte Stadt (Eckpunkte)

  • Kompakte Stadtstruktur = Geringe Entfernung zu den Zielen, Stadt der kurzen Wege mit dichter Nahversorgung und zahlreichen kleinen Unterzentren, die Architekten achten auf die Außenwirkung von Gebäuden aus der Kopfhöhe
  • Fahrstreifen- und Fahrstreifenbreitenverringerungs-Programm
  • Viele Straßencafés und Geschäftsauslagen in Einkaufsstraßen, Obstverkäufer an Straßenecken usw.
  • Öffentlicher Raum ohne Motorlärm und guter Luft, aber mit viel Verkehr durch Menschenkraft
  • Platz und Plätze Aufenthalt, fürs Zufußgehen und für „Sondernutzungen“, Stadtmusikanten, Künstler, Gesprächsgruppen
  • Kein Zwang zur ständigen Aufmerksamkeit durch sichere und komfortable Fußverkehrsanlagen
  • Kinder dürfen die Straße zum Spielen nutzen, es gibt interessante öffentliche Räume und der Schulweg zu Fuß macht Spaß
  • Viel Grün im Straßenraum, Vorgärten, Baumscheibenbepflanzungen
  • Übersichtlichkeit und Einblicke gewähren, d.h. keine unnötigen Sichtbehinderungen durch hohe Hecken, Straßenmöblierung, die Häuser sind zur Straße hin offen (Fenster)
  • Wege sind abwechslungsreich gestaltet, aber störende Elemente (Barrieren) sind entfernt
  • Geringer MIV-Bedarf, natürlich ist Tempo 30 die Höchstgeschwindigkeit, es gibt zahlreiche Bereiche und Zonen mit geringerer Höchstgeschwindigkeit, Verkehrsberuhigten Bereichen, Begegnungszonen
  • Querungsanlagen sind weniger Ampeln, sondern ein enges System von Zebrastreifen, Gehwegnasen, Fahrbahnmarkierungen, etc. (vgl. Shared Space)

Keine Übertreibung bei der Stadtinszenierung, es muss nicht jede Ecke planerisch bedacht sein, durchaus auch Brachflächen mit Gerümpel zulassen und mehr geheimnisvolle Ecken

Bei jeder MIV-Verkehrsplanung muss grundsätzlich überdacht werden, welche Auswirkungen sie auf den Fußverkehr haben könnten

Fuß-, Rad- und ÖV-Verkehr beschleunigen + MIV entschleunigen

  • Fußgänger wollen gehen und freiwillig stehen bleiben, aber nicht ständig stehen bleiben müssen, d.h. tote Wartezeiten durch Fußgängerstaus an Engpässen im Wegesystem und an nicht optimierten Signalanlagen müssen reduziert werden (Fußverkehrs-Beschleunigungs-Programm)
  • Abbau gängelnder Barrieren, keine Poller in der Mitte des Weges
  • Entwicklung einer konkreten Zielvorgabe für die Einrichtung weiterer „Spielstraßen“ (Verkehrsberuhigter Bereich Zeichen 325/326 StVO)
  • Sichere und zügige Erreichbarkeit der Haltestellen ist wichtiger als ÖV-Beschleunigung, schließt sich aber gegenseitig nicht aus
  • Generell in der Stadt zulässige Höchstgeschwindigkeit unter oder max 30 km/h mit enggefassten Ausnahmeregelungen

Klimawandel im Verkehrsgeschehen

  • Soziales Verhalten befördern, als Fußgänger (auch) ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und nicht immer nur Verständnis haben für Radfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer
  • Generell mehr Rücksichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern (z.B. Skandinavien)
  • Verstärkung der Fußgängerproblematik in Fahrschulen
  • Stärkere Ahndung illegal abgestellter Fahrzeuge
  • Kein Naßspritzen durch Autos, die durch Pfützen sausen
  • Flexible Straßensperrungen zugunsten des Fußgängeraufenthaltes, z.B. Montags x-Straße, Dienstag Y-Straße, etc. zum Erproben neuer Lebensqualitäten

Wissen um die Belange der Fußgänger stärken

  • Kontinuierliche und intensive Schulung von Mitarbeitern aller relevanten Stellen in den Verwaltungen
  • Fußverkehrs-Auditierung (Sicherheit + Komfort) von Gehwegen, Gehwegnetzen und Querungsanlagen im Bestand
  • Psycholgische Fehlstellenanalyse und Qualitätserfassung von Routen zu Fuß durch die Stadt (vgl. Ravensburg, Baden-Württemberg)
  • Ansprechpartner für Bürger = Ombudsmann
  • Einhaltung der Regelwerke durch Fachaufsicht durchsetzen, Abwägungsprozesse im Trend Zugunsten des Fußverkehrs (vgl. Baugesetzbuch 1986)

Gehwege und Plätze für Menschen

  • Nutzungsvielfalt beachten (Kinder zu Fuß/mit dem Rad, Senioren, Mobilitätsbehinderte mit Stock, Rollator, Rollstuhl, etc.) und unterschiedliche Nutzungen fördern (schnell Gehen, Flanieren, Sitzen, etc.)
  • Breite Seitenbereiche, gegliedert mit Vorgärten und Straßenbäumen, keine störende Möblierung
  • Platz zum Schnellgehen und Überholen, Seitenspuren langsam und stehen (Berliner Weg) und dennoch möglichst kein Einheitstyp in der Gestaltung der Gehwege
  • Kein Gehwegparken oder zumindest Umsetzung der VwV-StVO zum Gehwegparken
  • Autobahngeeignete Verkehrszeichen für den Kraftfahrzeugverkehr von Gehwegen entfernen und in kleinerer Form im Bereich der Parkstreifen aufstellen
  • Grundsätzliche Anordnung: Keine Schilder „Gehwegschaden“ (Berliner Bezirke), sondern Behebung der Mängel, Begeher und Meldewesen für Schlaglöcher auf Gehwegen, Verkehrssicherungspflicht
  • Gehwege müssen bei jeder Witterung benutzt werden können, Belag muss auch bei Feuchtigkeit und Schnee trittsicher bleiben
  • Förderung überdachter Fußwege (England, Neuseeland), evtl. Markisen, Arkaden im Einzelhandelsbereichen
  • Gestreute Fußwege auch auf nicht an Privatgrundstücke grenzende Flächen gewährleisten
  • Gute Beleuchtung für die unbeleuchteten Verkehrsteilnehmer
  • Berücksichtigung der Fußgängerströme auch an Baustellen sowie ggf. Umleitungsbeschilderung in Baustellenbereichen
  • Plätze sind nicht Restflächen der Fahrbahnführung (vgl. Ernst-Reuter-Platz, Berlin), sie sollen das Gehen nicht verhindern, sondern fördern, man muss sie frei queren können

Routen und Netze für Fußgänger

  • Breites Hauptwegenetz zum unbehinderten Nebeneinandergehen, Platz auf Kosten von Parken oder überbreite Fahrstreifen schaffen, Fahrstreifenbreitenverminderungs-Programm
  • Abkürzungen durch Innenhöfe etc. anzeigen, Wege durch Grundstücke sind zu dulden (vgl. Wanderwege per Waldgesetz) = Eigentum verpflichtet zur Sozialität
  • Interessante Themen-Wegeverbindungen für Bewohner und Gäste schaffen (z.B. „Verlobtenweg“, Worpswede)
  • Mittelinseln in Alleen fußverkehrsgerecht über die Querstraßen führen
  • Leuchtende Leitlinien auf wichtigen Routen

Qualität von Querungen = Indikator für Fußgängerfreundlichkeit

  • Die Wegeführung muss im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen eindeutig erkennbar sein (schlechte Beispiele sind z.B. in Potsdam zu besichtigen)
  • Eine kindgerechte Übersichtlichkeit würde auch allen anderen Verkehrsteilnehmern nutzen (in die Hocke gehen)
  • Querungsstellen müssen insbesondere an Stellen, an denen Autofahrer nicht mit Fußgängern rechnen, aus der Windschutzscheibenperspektive sehr deutlich erkennbar sein (insbesondere an Ausfallstraßen, Straßen durch Waldstücke oder Grünanalgen, etc.)
  • Querungsstellen müssen im direkten Wegeverlauf liegen, d.h. in Kreuzungsbereichen und Einmündungen sollte es grundsätzlich keine zurückversetzen Querungsanlagen geben
  • So viel wie möglich Gehwegüberfahrten und Teilaufpflasterungen einsetzen
  • Eckausrundungen über 1 Meter Durchmesser werden abgeschafft durch bauliche oder markierte Gehwegvorstreckungen zu Fußverkehrsflächen (Aufstellflächen)
  • Es sind ausreichend große Aufstell- bzw. Warteflächen mit Blickkontaktmöglichkeit zu Kraftfahrer/innen vorzusehen
  • Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln werden die Querungs-Wegelängen auf dem Fahrbahnniveau verkürzt (z.B. Gehwegvorstreckungen, Mittelinseln, Mittelstreifen)
  • 5-Meter-Bereiche werden konsequent von parkenden Kraftfahrzeugen freigehalten, das Falschparken ist kein „Kavaliersdelikt“, sondern eine rücksichtslose Gefährdung und Behinderung von Fußgängern
  • Bei erhöhtem Fußverkehrsaufkommen sind überbreite Furten (an LSA) und Fußgängerüberwege auszubilden, um Überholen zu ermöglichen und Staus durch entgegen kommende Fußgänger zu vermindern
  • Grundsätzlich sollten Parkstreifen und Parkstände in sehr kurzen Abständen durch bauliche oder zumindest markierte Gehwegvorstreckungen unterbrochen werden
  • Anzustreben ist, dass Fußgänger möglichst überall queren können z.B. durchgehend Mittelstreifen in Hauptverkehrsstraßen (z.B. Hauptstraße, Schöneberg)
  • Fußgängersperrgitter sind grundsätzlich durch wirksamere Maßnahmen zu ersetzen
  • Bordsteinabsenkungen müssen an allen vorgegebenen Querungsstellen vorhanden sein, Rillenplatten insbesondere dort, wo Fußgänger – und nicht nur Sehbehinderte – nicht mit einer Fahrbahnquerung rechnen
  • Shared Space sollte an den Überlagerungsstellen von Fuß- und Fahrverkehr (auch Radverkehr) in die Überlegungen einbezogen werden

Ampeln-Anzahl reduzieren + den Rest prüfen und verbessern

  • Kontinuierlicher Ersatz von Fußgängersignalanlagen durch Zebrastreifen
  • Furten an allen Ästen eines Knotens
  • Ausreichend große Aufstellflächen vor Ampeln (Warteflächen)
  • LSA-Optimierung nach Verkehrsbedarf durch den Autoverkehr in deutlich kürzeren Abständen, bei gleichzeitiger kurzer Umlaufzeit und abgesichterten Mindest-Grünzeiten für Fußgänger auch bei starkem Kraftfahrzeugverkehr, evtl. Kfz-Durchlasszahlen nach „Delfter Modell“ optimieren
  • Dunkelstellung, d.h. Autoverkehr hat nicht grundsätzlich grün und bekommt rot bei Anforderung durch Fußgänger
  • Zumindest an zahlreichen engeren Knotenpunkten sind endlich Konfliktfreie Ampelschaltung einzurichten (getrenntes Abbiegen, Rundum-Grün, evtl. sogar Diagonalquerung)
  • Fußgänger bekommen pro Umlauf stets Grün, keine „Bettelampeln“
  • Keine Ampelanzeige „Freigabe folgt“ o.ä. (z.B. Osnabrück), sondern schneller Grün
  • Sofortampel: bedarfsgesteuerte Fußgänger-Lichtsignalanlagen mit 5 Sek. bis zum Grün – Sofortampel
  • In bestimmten Fällen 2 x Fuß-Grün pro Umlauf erproben
  • Grünzeitberechnungen der gesamten Strecke, die von Fahrzeugen befahren wird (Radweg inklusiv) und für ältere und mobilitätsbehinderte Menschen 1,0 m/s ansetzen
  • Sekundenanzeige für Rot- und Grünzeiten der Fußgänger (Kopenhagen) oder Erprobung von Düsseldorf-Gelb, eigentlich wäre Grünblinken einfacher
  • Keine Grünpfeile, wo Fußgänger und Radfahrer queren

Zebrastreifen-Programm fortsetzen

  • Zebrastreifen auch in Tempo 30-Zonen
  • Erprobung von weiteren Überquerungsanlagen mit Abmarkierungen unterhalb der FGÜ-Standards (Shared Space, div. andere Staaten)
  • Bundesweit richtungsweisendes Modellvorhaben „Berliner Fußverkehrsstreifen-Puzzle“, d.h. ausgesuchte verschiedene Formen der aneinandergekoppelten Querungsstellen D, T, L, Y, Z, X, H, N, O usw. (div. andere Staaten)

Fußgänger = Kunden des ÖPNV

  • Keine Haltestellenhäuschen so auf die Gehwege stellen, dass bis zur Hauswand weniger als die richtliniengemäße Breite übrigbleibt (Berlin)
  • Gute ÖV-Anbindung, insbesondere fahrgastfreundliche Ampeln an Haltestellen in Mittellage, evtl. Zeitinsel-Haltestellen
  • Öffentliche Bekanntgabe aufgrund einer Umsetzungsstrategie: Parken und Halten im Haltestellenbereichen wird vom ÖV-Personal nicht mehr hingenommen sondern erfasst und notfalls angezeigtVerkehrsabhängige Schaltung auch für ÖV

Radfahrer = Partner im Umweltverbund

  • Gute Radverkehrsplanung (Fahrwege, Abstellanlagen) schafft sichere und attraktive Fußverkehrswege
  • Gehwege sind dem Fußverkehr vorzubehalten, d.h. auch ohne fahrenden Radverkehr und störend abgestellte Räder

Fußläufige Erreichbarkeit der wichtigen Ziele gewährleisten

  • Bauordnungsrecht ändern und in Richtlinien für den ruhenden Verkehr aufnehmen: Kulturstätten, Gaststätten, Einkaufszentren, Behörden usw. müssen für Kunden zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln und auch von gerade aus dem Auto ausgestiegenen Fußgängern über die Parkplätze hinweg auf Gehflächen sicher und komfortabel erreichbar sein (z.B. Gehstreifenmarkierungen, Zebrastreifen, Überdachung, etc.)

Nahversorgung fußverkehrsgerecht

  • Service für das Zwischenlagern von Einkäufen oder die Unterbringung von zu warmen Kleidungsstücken, z.B. durch Schließfächer im Einkaufshandel für alle, die kein abschließbares Blechgefäß = Auto in Nähe zur Verfügung haben (vgl. Schweden)
  • Bonusprogramm in Einzelhandel und Gastronomie für Fußkunden
  • ÖPNV-Schein-Erstattung wie Park-Schein-Erstattung (z.B. Sachsenhausen, Darmstadt)
  • Nach-Hause-Lieferung, für Notfälle (Gehunfähigkeit) auch Haus-Bestell- und Lieferservice
  • Verleih und Propagierung von Schub- und Zugtransporten (Renterkarren, Schubkarre, Ziehanhänger usw.) zur Fahrbahnnutzung
  • Regenschirmverleih in Geschäften
  • Parkplatzzahlen-Limits nach oben für Einzelhandelsprojekte, denn der Kunde kommt zu Fuß

Gestaltung von Fußverkehrsanlagen und Service

  • Abwechslung der Beläge, schöne Pflasterungen, aber auch in der Stadt weiche, federnde Gehwegabschnitte
  • Soviel grün wie möglich (Bäume, Sträucher, Schmuckbeete, Vorgärten, Baumscheiben), aber keine Sichtbehinderungen dadurch in Nähe von Querungsstellen
  • Jede Menge Sitzgelegenheit in Schatten und Sonne, an Stellen mit wenig Kfz-Verkehr, aber durchaus auch an zentralen Stellen (z.B. Karl-Marx-Straße, Berlin), Bänke stehen nicht in Reih und Glied, sondern 1,2,3 und 4-Sitzer sind in gesprächsfördernde Sitzgruppen gegliedert (Barcelona)
  • Wasserspiele, Brunnen mit Trinkwasser, Wasserautomaten (Moskau)
  • Räume der Stille „Ruhezone“, auch ohne Handys
  • Laufrouten: Jogging Trimm-Dich-Pfad, Gesundheitspfad
  • Spielplätze und einfache Balanciermöglichkeiten für Kinder
  • Schuhputzautomaten, Hundekotabfallbehälter
  • Gute Stadtpläne mit ÖV-Infos, Gehzeiten-Anzeiger, Zielgruppenstadtpläne, z.B. Kinderstadtplan von Kindern für Kinder
  • Infotafeln in der Stadt mit Kulturangeboten und Erreichbarkeiten in Minuten zu Fuß
  • Individuell ausgelichtete Gehwegbereiche, Nachtinszenierungen
  • Erste-Hilfe-Kasten in der Autowerkstatt für notgedrungene neue Fußgänger (Fußgängerstadtplan, Schnelleinstieg ÖV-Nutzung, etc.)

Anmerkungen:

  1. Denkanregung 1: Wann finden Sie Zufußgehen richtig toll? Wann finden Sie es extrem nervig / anstrengend?
    Denkanregung 2: Denken Sie mal an Ihre Reisen in andere Länder/ Städte: Wie haben Sie sich dort als FußgängerIn gefühlt? Gab es dort Besonderheiten in Bezug auf die Fußgängersituation? Sind dort mehr Menschen als hier zu Fuß gegangen? Warum? Welches Image hat das Zufußgehen dort? Warum?
    Denkanregung 3: Wie sähe Ihre persönliche Traum-Fußgänger-Stadt aus, in der Sie nur noch zu Fuß gehen möchten?
  2. Rollen: Ich bin … ein Fußgänger bei Schnee und Glätte / ein Fußgänger mit Hund / eine Fußgängerin bei Regen / ein effizienzorientierter Fußgänger / ein Fußgänger bei Nacht / eine schwangere Fußgängerin / ein hungriger Fußgänger / eine Musik hörende Fußgängerin / eine sportliche Fußgängerin / eine kulturinteressierte Touristin zu Fuß / ein Kind im Grundschulalter / ein Philosoph und natürlich Fußgänger / ein an Shopping interessierter Fußgänger / eine sehr betagte unsichere Fußgängerin / eine naturinteressierte Fußgängerin / ein Fußgänger mit Kinderwagen / mit dem Rollstuhl unterwegs / eine sehbeeinträchtigte Fußgängerin / Psychologe und Fußgänger / eine blinde Fußgängerin / ein historisch interessierter Tourist zu Fuß / ein Kleinkind und lerne gerade laufen / eine Fußgängerin aus Not: Mein Auto ist in der Werkstatt / Wir sind als mehrköpfige Jugendclique zu Fuß unterwegs.

Berichterstattung:

Bernd Herzog-Schlagk (FUSS e.V.) und Hanna Schlagk (Moderatorin), 22.04.2010

16174-01 Steuerungsgruppentreffen Bergmannstraße (TrippleB) vom 28.4.16 – eMail von Michael Becker

BegegnungBergmann 16174 – Anlage eMail Becker v. 16176 – Tagesordnung_Steuerungsgruppe_April2016_v1
BegegnungBergmann 16176 – eMail Becker – Stand der Entwicklungen

Stand der Entwicklungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am letzten Donnerstag, 28. April 2016 war ich auf der Sitzung der Steuerungsgruppe des Beteiligungsprozesses zum Pilotprojekt Begegnungszone Bergmannstr. als ein Vertreter der Gewerbetreibenden. Ich habe in der Runde deutlich gemacht, dass ich kein eindeutiges Mandat habe!

Die Tagesordnung in der Anlage.

Zu 4. wurde von den Vertretern der Senatsverwaltung vorgeschlagen, insgesamt 6 Auswertungsberichte zu allen stattgefundenen Beteiligungsformen auf der Internetseite https://www.begegnungszonen.berlin.de/ nach Fertigstellung zu veröffentlichen.

Zeitnah soll mehrstufiger Plan entwickelt werden, welche weiteren Möglichkeiten der Beteiligung der Öffentlichkeit im weiteren Prozess möglich sind. Dieser Plan soll mit einem Zeitplan ergänzt werden.

Es wurde eindeutig festgelegt, dass die Behandlung des Modelprojektes Begegnungszone Bergmannstr. nicht mehr in dieser Legislatur durch die BVV Friedrichshain-Kreuzberg behandelt wird.

Die Erstellung der Vorplanung durch LK Argus braucht mit allen notwendigen Abstimmungen ca. 2 – 3 Monate.

In der Runde wurde angeregt und diskutiert, ob einzelne Aspekte der Vorplanung in einer „Testphase“ als Modell auf der Bergmannstr. erfahrbar werden könnte und dann diese Testphase erneut ausgewertet und dann erst weiter konkretisiert werden könnte. Beschlüsse wurden zu diesem Punkt nicht gefasst.

Mein Eindruck, der Druck ist raus, die Entschleunigung greift.

Teile der Beteiligten wollten etwas zur möglichen Etablierung eines Bürgerbegehrens erfahren – hierzu konnte ich keine substanziellen Aussagen machen.

Wenn mich das Protokoll der Sitzung erreicht werde ich es weiterleiten.
Und ein schönes WE
Michael Becker