16182-01/10164 Fußverkehrsstrategie – FUSS e.V. Berlin – Hauptstadt der Fußgänger

BegegnungBergmann 16182 – fussverkehr

Experten-Workshop im Rahmen des Beirats „Berlin zu Fuß“

am 16. April 2010, 14:00-17:30 Uhr im „Rittersaal“ in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Der Experten-Workshop bestand aus

  • einer Einführung über die Fußverkehrspolitik des Landes Berlin durch Herrn Heribert Guggenthaler von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin,
  • einer Erläuterung der Vorgehensweise im Beirat „Berlin zu Fuß“ zur Erarbeitung einer Fußverkehrs-Strategie durch Herrn Christian Spath vom Büro für Städtebau und Stadtforschung Berlin,
  • einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden des FUSS e.V. Fachverbandes Fußverkehr Deutschland Arndt Schwab aus Koblenz und
  • einer methodenunterstützten Ideensammlung mit einer anschließenden gemeinsamen Erläuterung und punktuellen Diskussion, moderiert durch die Trainerin für Soziales Lernen, Kommunikation und Konfliktbearbeitung Hanna Schlagk aus Potsdam.
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 14 Mitglieder des Bundesvorstandes des FUSS e.V. aus 11 verschiedenen Städten in Deutschland und der Schweiz, drei Mitarbeiter der Senatsverwaltung sowie der Moderator des Beirates „Berlin zu Fuß“.

Die etwa insgesamt 75-minütige Ideensammlung erfolgte vierstufig, beginnend mit Notizen aller Teilnehmer/innen, in Zweiergesprächen, in Vierer-Gruppen und zuletzt im Plenum. Angeregt wurden die Teilnehmer/innen durch Fragestellungen allgemeiner Art über ihre Erfahrungen aus Heimat- und bereisten Städten hinsichtlich ihrer Fußgängerfreundlichkeit (1) und in einer zweiten Phase durch eine zufällig „gezogene“ Rollenübernahme von Fußgängern verschiedenen Geschlechts und Alters, mit unterschiedlichen örtlichen Zielen, Interessen oder auch Beeinträchtigungen (2). Diese Phase der freien Äußerungen, wie sich die Teilnehmer/innen im Idealfall eine Fußgängerstadt vorstellen, welche Randbedingungen dabei wichtig sind und welche Anforderungen sich aus der übernommenen Rolle ergeben würden, erbrachten insgesamt etwa 240 Hinweise.

Im abschließenden 45-minütigen Plenum wurden Wiederholungen an der Pinnwand doppelt gesteckt und die Karten nach Gebieten grob sortiert. Assoziative Formulierungen und kurze Stichworte wurden erläutert und teilweise diskutiert. Auf eine weitere Arbeitsphase zur Beurteilung der Umsetzungsmöglichkeiten der Vorschläge musste aus Zeitgründen verzichtet werden.

Zur besseren allgemeinen Verständlichkeit und der einfacheren Verwertbarkeit der Aussagen wurden die Stichworte und Sätze nach dem Workshop noch einmal gekürzt, soweit notwendig erläutert und in kleinere Themengruppen zusammengefasst. Bei der folgenden Zusammenstellung der Ergebnisse ist zu beachten, dass sich die Aussagen auf verschiedene Fragestellungen im Verlaufe der Ideensammlung beziehen.

Zusammengefasste Zielfrage des Workshops: Welche Aspekte und Details sind den als Vorstandsmitglieder der Fußgängerlobby „bewußteren“ Fußgängerinnen und Fußgängern besonders wichtig, wenn es darum geht, in der Stadt verkehrssicher, gesund und angenehm gehen zu können.

Fußgängerstadt = lebenswerte + liebenswerte Stadt (Eckpunkte)

  • Kompakte Stadtstruktur = Geringe Entfernung zu den Zielen, Stadt der kurzen Wege mit dichter Nahversorgung und zahlreichen kleinen Unterzentren, die Architekten achten auf die Außenwirkung von Gebäuden aus der Kopfhöhe
  • Fahrstreifen- und Fahrstreifenbreitenverringerungs-Programm
  • Viele Straßencafés und Geschäftsauslagen in Einkaufsstraßen, Obstverkäufer an Straßenecken usw.
  • Öffentlicher Raum ohne Motorlärm und guter Luft, aber mit viel Verkehr durch Menschenkraft
  • Platz und Plätze Aufenthalt, fürs Zufußgehen und für „Sondernutzungen“, Stadtmusikanten, Künstler, Gesprächsgruppen
  • Kein Zwang zur ständigen Aufmerksamkeit durch sichere und komfortable Fußverkehrsanlagen
  • Kinder dürfen die Straße zum Spielen nutzen, es gibt interessante öffentliche Räume und der Schulweg zu Fuß macht Spaß
  • Viel Grün im Straßenraum, Vorgärten, Baumscheibenbepflanzungen
  • Übersichtlichkeit und Einblicke gewähren, d.h. keine unnötigen Sichtbehinderungen durch hohe Hecken, Straßenmöblierung, die Häuser sind zur Straße hin offen (Fenster)
  • Wege sind abwechslungsreich gestaltet, aber störende Elemente (Barrieren) sind entfernt
  • Geringer MIV-Bedarf, natürlich ist Tempo 30 die Höchstgeschwindigkeit, es gibt zahlreiche Bereiche und Zonen mit geringerer Höchstgeschwindigkeit, Verkehrsberuhigten Bereichen, Begegnungszonen
  • Querungsanlagen sind weniger Ampeln, sondern ein enges System von Zebrastreifen, Gehwegnasen, Fahrbahnmarkierungen, etc. (vgl. Shared Space)

Keine Übertreibung bei der Stadtinszenierung, es muss nicht jede Ecke planerisch bedacht sein, durchaus auch Brachflächen mit Gerümpel zulassen und mehr geheimnisvolle Ecken

Bei jeder MIV-Verkehrsplanung muss grundsätzlich überdacht werden, welche Auswirkungen sie auf den Fußverkehr haben könnten

Fuß-, Rad- und ÖV-Verkehr beschleunigen + MIV entschleunigen

  • Fußgänger wollen gehen und freiwillig stehen bleiben, aber nicht ständig stehen bleiben müssen, d.h. tote Wartezeiten durch Fußgängerstaus an Engpässen im Wegesystem und an nicht optimierten Signalanlagen müssen reduziert werden (Fußverkehrs-Beschleunigungs-Programm)
  • Abbau gängelnder Barrieren, keine Poller in der Mitte des Weges
  • Entwicklung einer konkreten Zielvorgabe für die Einrichtung weiterer „Spielstraßen“ (Verkehrsberuhigter Bereich Zeichen 325/326 StVO)
  • Sichere und zügige Erreichbarkeit der Haltestellen ist wichtiger als ÖV-Beschleunigung, schließt sich aber gegenseitig nicht aus
  • Generell in der Stadt zulässige Höchstgeschwindigkeit unter oder max 30 km/h mit enggefassten Ausnahmeregelungen

Klimawandel im Verkehrsgeschehen

  • Soziales Verhalten befördern, als Fußgänger (auch) ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und nicht immer nur Verständnis haben für Radfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer
  • Generell mehr Rücksichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern (z.B. Skandinavien)
  • Verstärkung der Fußgängerproblematik in Fahrschulen
  • Stärkere Ahndung illegal abgestellter Fahrzeuge
  • Kein Naßspritzen durch Autos, die durch Pfützen sausen
  • Flexible Straßensperrungen zugunsten des Fußgängeraufenthaltes, z.B. Montags x-Straße, Dienstag Y-Straße, etc. zum Erproben neuer Lebensqualitäten

Wissen um die Belange der Fußgänger stärken

  • Kontinuierliche und intensive Schulung von Mitarbeitern aller relevanten Stellen in den Verwaltungen
  • Fußverkehrs-Auditierung (Sicherheit + Komfort) von Gehwegen, Gehwegnetzen und Querungsanlagen im Bestand
  • Psycholgische Fehlstellenanalyse und Qualitätserfassung von Routen zu Fuß durch die Stadt (vgl. Ravensburg, Baden-Württemberg)
  • Ansprechpartner für Bürger = Ombudsmann
  • Einhaltung der Regelwerke durch Fachaufsicht durchsetzen, Abwägungsprozesse im Trend Zugunsten des Fußverkehrs (vgl. Baugesetzbuch 1986)

Gehwege und Plätze für Menschen

  • Nutzungsvielfalt beachten (Kinder zu Fuß/mit dem Rad, Senioren, Mobilitätsbehinderte mit Stock, Rollator, Rollstuhl, etc.) und unterschiedliche Nutzungen fördern (schnell Gehen, Flanieren, Sitzen, etc.)
  • Breite Seitenbereiche, gegliedert mit Vorgärten und Straßenbäumen, keine störende Möblierung
  • Platz zum Schnellgehen und Überholen, Seitenspuren langsam und stehen (Berliner Weg) und dennoch möglichst kein Einheitstyp in der Gestaltung der Gehwege
  • Kein Gehwegparken oder zumindest Umsetzung der VwV-StVO zum Gehwegparken
  • Autobahngeeignete Verkehrszeichen für den Kraftfahrzeugverkehr von Gehwegen entfernen und in kleinerer Form im Bereich der Parkstreifen aufstellen
  • Grundsätzliche Anordnung: Keine Schilder „Gehwegschaden“ (Berliner Bezirke), sondern Behebung der Mängel, Begeher und Meldewesen für Schlaglöcher auf Gehwegen, Verkehrssicherungspflicht
  • Gehwege müssen bei jeder Witterung benutzt werden können, Belag muss auch bei Feuchtigkeit und Schnee trittsicher bleiben
  • Förderung überdachter Fußwege (England, Neuseeland), evtl. Markisen, Arkaden im Einzelhandelsbereichen
  • Gestreute Fußwege auch auf nicht an Privatgrundstücke grenzende Flächen gewährleisten
  • Gute Beleuchtung für die unbeleuchteten Verkehrsteilnehmer
  • Berücksichtigung der Fußgängerströme auch an Baustellen sowie ggf. Umleitungsbeschilderung in Baustellenbereichen
  • Plätze sind nicht Restflächen der Fahrbahnführung (vgl. Ernst-Reuter-Platz, Berlin), sie sollen das Gehen nicht verhindern, sondern fördern, man muss sie frei queren können

Routen und Netze für Fußgänger

  • Breites Hauptwegenetz zum unbehinderten Nebeneinandergehen, Platz auf Kosten von Parken oder überbreite Fahrstreifen schaffen, Fahrstreifenbreitenverminderungs-Programm
  • Abkürzungen durch Innenhöfe etc. anzeigen, Wege durch Grundstücke sind zu dulden (vgl. Wanderwege per Waldgesetz) = Eigentum verpflichtet zur Sozialität
  • Interessante Themen-Wegeverbindungen für Bewohner und Gäste schaffen (z.B. „Verlobtenweg“, Worpswede)
  • Mittelinseln in Alleen fußverkehrsgerecht über die Querstraßen führen
  • Leuchtende Leitlinien auf wichtigen Routen

Qualität von Querungen = Indikator für Fußgängerfreundlichkeit

  • Die Wegeführung muss im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen eindeutig erkennbar sein (schlechte Beispiele sind z.B. in Potsdam zu besichtigen)
  • Eine kindgerechte Übersichtlichkeit würde auch allen anderen Verkehrsteilnehmern nutzen (in die Hocke gehen)
  • Querungsstellen müssen insbesondere an Stellen, an denen Autofahrer nicht mit Fußgängern rechnen, aus der Windschutzscheibenperspektive sehr deutlich erkennbar sein (insbesondere an Ausfallstraßen, Straßen durch Waldstücke oder Grünanalgen, etc.)
  • Querungsstellen müssen im direkten Wegeverlauf liegen, d.h. in Kreuzungsbereichen und Einmündungen sollte es grundsätzlich keine zurückversetzen Querungsanlagen geben
  • So viel wie möglich Gehwegüberfahrten und Teilaufpflasterungen einsetzen
  • Eckausrundungen über 1 Meter Durchmesser werden abgeschafft durch bauliche oder markierte Gehwegvorstreckungen zu Fußverkehrsflächen (Aufstellflächen)
  • Es sind ausreichend große Aufstell- bzw. Warteflächen mit Blickkontaktmöglichkeit zu Kraftfahrer/innen vorzusehen
  • Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln werden die Querungs-Wegelängen auf dem Fahrbahnniveau verkürzt (z.B. Gehwegvorstreckungen, Mittelinseln, Mittelstreifen)
  • 5-Meter-Bereiche werden konsequent von parkenden Kraftfahrzeugen freigehalten, das Falschparken ist kein „Kavaliersdelikt“, sondern eine rücksichtslose Gefährdung und Behinderung von Fußgängern
  • Bei erhöhtem Fußverkehrsaufkommen sind überbreite Furten (an LSA) und Fußgängerüberwege auszubilden, um Überholen zu ermöglichen und Staus durch entgegen kommende Fußgänger zu vermindern
  • Grundsätzlich sollten Parkstreifen und Parkstände in sehr kurzen Abständen durch bauliche oder zumindest markierte Gehwegvorstreckungen unterbrochen werden
  • Anzustreben ist, dass Fußgänger möglichst überall queren können z.B. durchgehend Mittelstreifen in Hauptverkehrsstraßen (z.B. Hauptstraße, Schöneberg)
  • Fußgängersperrgitter sind grundsätzlich durch wirksamere Maßnahmen zu ersetzen
  • Bordsteinabsenkungen müssen an allen vorgegebenen Querungsstellen vorhanden sein, Rillenplatten insbesondere dort, wo Fußgänger – und nicht nur Sehbehinderte – nicht mit einer Fahrbahnquerung rechnen
  • Shared Space sollte an den Überlagerungsstellen von Fuß- und Fahrverkehr (auch Radverkehr) in die Überlegungen einbezogen werden

Ampeln-Anzahl reduzieren + den Rest prüfen und verbessern

  • Kontinuierlicher Ersatz von Fußgängersignalanlagen durch Zebrastreifen
  • Furten an allen Ästen eines Knotens
  • Ausreichend große Aufstellflächen vor Ampeln (Warteflächen)
  • LSA-Optimierung nach Verkehrsbedarf durch den Autoverkehr in deutlich kürzeren Abständen, bei gleichzeitiger kurzer Umlaufzeit und abgesichterten Mindest-Grünzeiten für Fußgänger auch bei starkem Kraftfahrzeugverkehr, evtl. Kfz-Durchlasszahlen nach „Delfter Modell“ optimieren
  • Dunkelstellung, d.h. Autoverkehr hat nicht grundsätzlich grün und bekommt rot bei Anforderung durch Fußgänger
  • Zumindest an zahlreichen engeren Knotenpunkten sind endlich Konfliktfreie Ampelschaltung einzurichten (getrenntes Abbiegen, Rundum-Grün, evtl. sogar Diagonalquerung)
  • Fußgänger bekommen pro Umlauf stets Grün, keine „Bettelampeln“
  • Keine Ampelanzeige „Freigabe folgt“ o.ä. (z.B. Osnabrück), sondern schneller Grün
  • Sofortampel: bedarfsgesteuerte Fußgänger-Lichtsignalanlagen mit 5 Sek. bis zum Grün – Sofortampel
  • In bestimmten Fällen 2 x Fuß-Grün pro Umlauf erproben
  • Grünzeitberechnungen der gesamten Strecke, die von Fahrzeugen befahren wird (Radweg inklusiv) und für ältere und mobilitätsbehinderte Menschen 1,0 m/s ansetzen
  • Sekundenanzeige für Rot- und Grünzeiten der Fußgänger (Kopenhagen) oder Erprobung von Düsseldorf-Gelb, eigentlich wäre Grünblinken einfacher
  • Keine Grünpfeile, wo Fußgänger und Radfahrer queren

Zebrastreifen-Programm fortsetzen

  • Zebrastreifen auch in Tempo 30-Zonen
  • Erprobung von weiteren Überquerungsanlagen mit Abmarkierungen unterhalb der FGÜ-Standards (Shared Space, div. andere Staaten)
  • Bundesweit richtungsweisendes Modellvorhaben „Berliner Fußverkehrsstreifen-Puzzle“, d.h. ausgesuchte verschiedene Formen der aneinandergekoppelten Querungsstellen D, T, L, Y, Z, X, H, N, O usw. (div. andere Staaten)

Fußgänger = Kunden des ÖPNV

  • Keine Haltestellenhäuschen so auf die Gehwege stellen, dass bis zur Hauswand weniger als die richtliniengemäße Breite übrigbleibt (Berlin)
  • Gute ÖV-Anbindung, insbesondere fahrgastfreundliche Ampeln an Haltestellen in Mittellage, evtl. Zeitinsel-Haltestellen
  • Öffentliche Bekanntgabe aufgrund einer Umsetzungsstrategie: Parken und Halten im Haltestellenbereichen wird vom ÖV-Personal nicht mehr hingenommen sondern erfasst und notfalls angezeigtVerkehrsabhängige Schaltung auch für ÖV

Radfahrer = Partner im Umweltverbund

  • Gute Radverkehrsplanung (Fahrwege, Abstellanlagen) schafft sichere und attraktive Fußverkehrswege
  • Gehwege sind dem Fußverkehr vorzubehalten, d.h. auch ohne fahrenden Radverkehr und störend abgestellte Räder

Fußläufige Erreichbarkeit der wichtigen Ziele gewährleisten

  • Bauordnungsrecht ändern und in Richtlinien für den ruhenden Verkehr aufnehmen: Kulturstätten, Gaststätten, Einkaufszentren, Behörden usw. müssen für Kunden zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln und auch von gerade aus dem Auto ausgestiegenen Fußgängern über die Parkplätze hinweg auf Gehflächen sicher und komfortabel erreichbar sein (z.B. Gehstreifenmarkierungen, Zebrastreifen, Überdachung, etc.)

Nahversorgung fußverkehrsgerecht

  • Service für das Zwischenlagern von Einkäufen oder die Unterbringung von zu warmen Kleidungsstücken, z.B. durch Schließfächer im Einkaufshandel für alle, die kein abschließbares Blechgefäß = Auto in Nähe zur Verfügung haben (vgl. Schweden)
  • Bonusprogramm in Einzelhandel und Gastronomie für Fußkunden
  • ÖPNV-Schein-Erstattung wie Park-Schein-Erstattung (z.B. Sachsenhausen, Darmstadt)
  • Nach-Hause-Lieferung, für Notfälle (Gehunfähigkeit) auch Haus-Bestell- und Lieferservice
  • Verleih und Propagierung von Schub- und Zugtransporten (Renterkarren, Schubkarre, Ziehanhänger usw.) zur Fahrbahnnutzung
  • Regenschirmverleih in Geschäften
  • Parkplatzzahlen-Limits nach oben für Einzelhandelsprojekte, denn der Kunde kommt zu Fuß

Gestaltung von Fußverkehrsanlagen und Service

  • Abwechslung der Beläge, schöne Pflasterungen, aber auch in der Stadt weiche, federnde Gehwegabschnitte
  • Soviel grün wie möglich (Bäume, Sträucher, Schmuckbeete, Vorgärten, Baumscheiben), aber keine Sichtbehinderungen dadurch in Nähe von Querungsstellen
  • Jede Menge Sitzgelegenheit in Schatten und Sonne, an Stellen mit wenig Kfz-Verkehr, aber durchaus auch an zentralen Stellen (z.B. Karl-Marx-Straße, Berlin), Bänke stehen nicht in Reih und Glied, sondern 1,2,3 und 4-Sitzer sind in gesprächsfördernde Sitzgruppen gegliedert (Barcelona)
  • Wasserspiele, Brunnen mit Trinkwasser, Wasserautomaten (Moskau)
  • Räume der Stille „Ruhezone“, auch ohne Handys
  • Laufrouten: Jogging Trimm-Dich-Pfad, Gesundheitspfad
  • Spielplätze und einfache Balanciermöglichkeiten für Kinder
  • Schuhputzautomaten, Hundekotabfallbehälter
  • Gute Stadtpläne mit ÖV-Infos, Gehzeiten-Anzeiger, Zielgruppenstadtpläne, z.B. Kinderstadtplan von Kindern für Kinder
  • Infotafeln in der Stadt mit Kulturangeboten und Erreichbarkeiten in Minuten zu Fuß
  • Individuell ausgelichtete Gehwegbereiche, Nachtinszenierungen
  • Erste-Hilfe-Kasten in der Autowerkstatt für notgedrungene neue Fußgänger (Fußgängerstadtplan, Schnelleinstieg ÖV-Nutzung, etc.)

Anmerkungen:

  1. Denkanregung 1: Wann finden Sie Zufußgehen richtig toll? Wann finden Sie es extrem nervig / anstrengend?
    Denkanregung 2: Denken Sie mal an Ihre Reisen in andere Länder/ Städte: Wie haben Sie sich dort als FußgängerIn gefühlt? Gab es dort Besonderheiten in Bezug auf die Fußgängersituation? Sind dort mehr Menschen als hier zu Fuß gegangen? Warum? Welches Image hat das Zufußgehen dort? Warum?
    Denkanregung 3: Wie sähe Ihre persönliche Traum-Fußgänger-Stadt aus, in der Sie nur noch zu Fuß gehen möchten?
  2. Rollen: Ich bin … ein Fußgänger bei Schnee und Glätte / ein Fußgänger mit Hund / eine Fußgängerin bei Regen / ein effizienzorientierter Fußgänger / ein Fußgänger bei Nacht / eine schwangere Fußgängerin / ein hungriger Fußgänger / eine Musik hörende Fußgängerin / eine sportliche Fußgängerin / eine kulturinteressierte Touristin zu Fuß / ein Kind im Grundschulalter / ein Philosoph und natürlich Fußgänger / ein an Shopping interessierter Fußgänger / eine sehr betagte unsichere Fußgängerin / eine naturinteressierte Fußgängerin / ein Fußgänger mit Kinderwagen / mit dem Rollstuhl unterwegs / eine sehbeeinträchtigte Fußgängerin / Psychologe und Fußgänger / eine blinde Fußgängerin / ein historisch interessierter Tourist zu Fuß / ein Kleinkind und lerne gerade laufen / eine Fußgängerin aus Not: Mein Auto ist in der Werkstatt / Wir sind als mehrköpfige Jugendclique zu Fuß unterwegs.

Berichterstattung:

Bernd Herzog-Schlagk (FUSS e.V.) und Hanna Schlagk (Moderatorin), 22.04.2010

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16174-01 Steuerungsgruppentreffen Bergmannstraße (TrippleB) vom 28.4.16 – eMail von Michael Becker

BegegnungBergmann 16174 – Anlage eMail Becker v. 16176 – Tagesordnung_Steuerungsgruppe_April2016_v1
BegegnungBergmann 16176 – eMail Becker – Stand der Entwicklungen

Stand der Entwicklungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am letzten Donnerstag, 28. April 2016 war ich auf der Sitzung der Steuerungsgruppe des Beteiligungsprozesses zum Pilotprojekt Begegnungszone Bergmannstr. als ein Vertreter der Gewerbetreibenden. Ich habe in der Runde deutlich gemacht, dass ich kein eindeutiges Mandat habe!

Die Tagesordnung in der Anlage.

Zu 4. wurde von den Vertretern der Senatsverwaltung vorgeschlagen, insgesamt 6 Auswertungsberichte zu allen stattgefundenen Beteiligungsformen auf der Internetseite https://www.begegnungszonen.berlin.de/ nach Fertigstellung zu veröffentlichen.

Zeitnah soll mehrstufiger Plan entwickelt werden, welche weiteren Möglichkeiten der Beteiligung der Öffentlichkeit im weiteren Prozess möglich sind. Dieser Plan soll mit einem Zeitplan ergänzt werden.

Es wurde eindeutig festgelegt, dass die Behandlung des Modelprojektes Begegnungszone Bergmannstr. nicht mehr in dieser Legislatur durch die BVV Friedrichshain-Kreuzberg behandelt wird.

Die Erstellung der Vorplanung durch LK Argus braucht mit allen notwendigen Abstimmungen ca. 2 – 3 Monate.

In der Runde wurde angeregt und diskutiert, ob einzelne Aspekte der Vorplanung in einer „Testphase“ als Modell auf der Bergmannstr. erfahrbar werden könnte und dann diese Testphase erneut ausgewertet und dann erst weiter konkretisiert werden könnte. Beschlüsse wurden zu diesem Punkt nicht gefasst.

Mein Eindruck, der Druck ist raus, die Entschleunigung greift.

Teile der Beteiligten wollten etwas zur möglichen Etablierung eines Bürgerbegehrens erfahren – hierzu konnte ich keine substanziellen Aussagen machen.

Wenn mich das Protokoll der Sitzung erreicht werde ich es weiterleiten.
Und ein schönes WE
Michael Becker

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16144-01 SZ von Jens Bisk – Peter Eingartner iS Modellversuche Begegnungszonen

Schauplatz Berlin Straße in Kreuzbergrot

Ein Architekt hat einen Plan für die Gneisenaustraße: mit Bänken und Buden in Kreuzbergrot. Sie könnte ein Raum für alle sein, die sich mit dem Nebeneinander von Begegnungszonenidylle und Verwahrlosung nicht abfinden wollen.

Von Jens Bisky

Auch so sehen Berliner Träume heute aus: die Parkplätze werden verlegt, das Gestrüpp gerodet, schweres Räumgerät rollt an und befördert die Waschbetonbeete auf die Müllhalde. Dann können Rasen und Bäume wachsen, davor lange Bänke mit hohen Rückenlehnen stehen und an einigen Stellen Kioske, funktionale Buden in dem Rot, in dem auch die Bänke leuchten. „Kreuzbergrot“ nennt es der Architekt Peter Eingartner. Ohne Auftrag hat er Pläne für eine Renaissance der Gneisenaustraße entworfen. Ab Freitag sind sie im Haus 1 am Waterloo-Ufer zu besichtigen, ein Vorschlag zur Straßengestaltung.

Peter Eingartner hat sein Büro in einem Gewerbehof in der Gneisenaustraße, die einmal ein Boulevard mit breitem Mittelstreifen war. Sie ist Teil des Generalszugs, entstanden in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als in Berlin Boulevards nach Pariser Vorbild geplant wurden. Heute sieht der Mittelstreifen aus wie Gelände, mit dem keiner etwas anzufangen weiß. Er gammelt so vor sich hin. Historische Fotografien zeigen, wie differenziert und überlegt der Straßenraum einst gestaltet war. Diese Kultur ist in Berlin nach Krieg, Wiederaufbau, Teilung verloren gegangen. Eingartner will nie gewesenen Postkartenglanz restaurieren, er wirbt für eine kultivierte Gestaltung des Raums: Mittelstreifen entrümpeln, neue Oberflächen, sparsame, einheitliche Möblierung, all das neu eingefasst. Eine Promenade auf zwei Kilometern Länge wäre gewonnen.

Vor allem aber gäbe es ein Beispiel für einen anspruchsvoll gestalteten öffentlichen Raum, der die Bürger, die ihn nutzen, zu einem urbanen Auftritt inspiriert. Berlin ist berühmt geworden, als die Stadt, in der man sich gehen lassen kann, in der jeder auf Straßen und Plätzen, in Parks und Bahnhöfen sich nach seiner Fasson amüsieren kann – und dabei auch rumsauen, wie er oder sie will.

An einigen Orten, am Kotti in Kreuzberg oder an der Warschauer Straße kollabiert diese Kultur der Enthemmung gerade, geht mit Diebstahl, Gewalt, gesteigerter Aggressivität einher. Es wird ungemütlich, nur Polizei kann noch helfen. Es begann an jedem dieser Orte mit der Vernachlässigung des öffentlichen Raums, mit Gleichgültigkeit angesichts der ersten Spuren von Verwahrlosung. Auf dem Mittelstreifen der Gneisenaustraße ließe sich etwas anderes erproben. Klar, würde das Geld kosten, aber die Stadt gibt ja einige Hunderttausend Euro für Modellversuche mit „Begegnungszonen“ aus. In der Schöneberger Maaßenstraße kann man das Ergebnis bestaunen: eine Fahrbahn gesperrt, Metallbänke, auf denen keiner sitzt, peinlich bunte Poller. Das sieht aus, als müsse eine Kita die Terrorabwehr proben. Da wurde Straße gegen die Stadt gestaltet, gegen den Verkehr, gegen die Händler und vor allem gegen die Wirte mit ihren Tischen draußen. Und das mitten in einem Ausgehviertel des Westens. Offenkundig will man eine Großstadt ohne Großstadt, nur ist so richtig keiner zufrieden mit dem Ergebnis. Die Gneisenaustraße mit Bänken und Buden in Kreuzbergrot wäre immer noch viel befahren und laut. Aber sie könnte ein gestalteter großstädtischer Raum für alle sein, die sich mit dem Nebeneinander von Begegnungszonenidylle und Verwahrlosung nicht abfinden wollen.

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16142-01 Protokoll des LK-argus-Treffen vom 16.3.

Begegnungszone Bergmannstraße – Protokoll zum Treffen am 16.03.2016

Posteingang x

Eckhart Heinrichs <Heinrichs@lk-argus.de>

12:29 (vor 5 Stunden)

Sehr geehrte Damen und Herren,in der Anlage senden wir Ihnen das Protokoll zu unserem Treffens vom 16.03.2016. Zum Protokollentwurf erreichten uns zwei Nachrichten mit Änderungswünschen:·         Herr Becker bat um eine Ergänzung auf Seite 4 im Absatz Laden und Liefern, hinter „für das Gewerbe …“ sollte ergänzt werden: „und mittlerweile für die Nachbarschaft als Endabnehmer der vielfältigen Lieferdienste“. Diese Ergänzung haben wir übernommen. Herr Becker bat außerdem um Erläuterung des Begriffs „Sichtbeziehungen“ („Seite 3 im Absatz Parken hätte ich gerne zum Dissens und auch gerne als Anlage die für die Planenden hinter dem Dissens liegenden Anforderungen für eine „Sichtbeziehung“ im Detail erfahren“). Zur Erläuterung: Hier geht es darum, dass die gegenseitige Rücksichtnahme und das Überqueren einer Straße die Aufnahme eines Sichtkontaktes zwischen den Verkehrsteilnehmern erfordern. Parkende Autos erschweren oder verhindern dies insbesondere bei Senkrecht-, Schräg- oder durchgängigem Längsparken. Ich hoffe, dass dies als erste Information genügt. Wir können uns darüber gerne auch noch einmal unterhalten.·         Herr Spenner hat eine Stellungnahme zum Treffen geschickt. Da wir uns nicht zutrauen, die vielfältigen Aussagen unverfälscht in das Protokoll zu übernehmen und manche Aussagen u.E. eher allgemeiner Art sind und nicht nur das am 16.03.2016 Besprochene wiedergeben, haben wir seine Nachricht als Anlage zum Protokoll beigefügt. So bleiben die Aussagen unverfälscht und die Transparenz ist gegeben.Der aktuelle Zeitplan sieht nun vor, dass die Auswertung der zweiten Beteiligungsphase bis Ende April abgeschlossen wird. Anschließend können wir mit den Arbeiten am Vorplanungsentwurf beginnen. Bezirk und/oder Senat werden Sie zu gegebener Zeit über den Planungsstand informieren. Ich danke Ihnen noch einmal für das konstruktive Gespräch am 16. März.
Mit freundlichen GrüßenEckhart Heinrichs

BegegnungBergmann 16142 – Begegnungszone Bergmannstraße – Protokoll zum Treffen am 16.03.2016 BegegnungBergmann 16142 – 160318 Begegnungszone Bergmannstraße – Protokoll Gewerbetreibende mit Anlagen

an wabe; herrlich.berlin; info; andreas.walter; belima; mich; stefan.neitzel; helmut.schulz-.; Ursula.Meyer; Dirk.Bartel; Doerte.Krenkel; Sonja; Alexander
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16113-01 1. LK-argus Workshop vom 16.3.16 iS TrippleB – Resümee: „Friede, Freude, Eierkuchen oder Was?“

Mein Notizen- und Gedächtnisprotokoll als Resümee zum Treffen der Delegierten einer Gruppe von „Gewerbetreibenden“ des 1. Workshops mit LK-argus und der Verwaltung [Akteure] am Mittwoch, den 16.3.2016, 17 Uhr im Schickler-Haus, eingeladen vom Bauamt des Bezirks (Friedrichshain-) Kreuzberg. [Ende ca. 19h45]
Thema: Berliner Begegnungszone Bergmannstraße [TrippleB] > Meinungsaustausch als „Grundlagenfragmente“ zur weiteren Entwicklung vom Standpunkt der Gewerbetreibenden einer konkreten Vorplanung „TrippleB“.

Teilnehmer:
Herr Bartel (SenStadtUm)
Frau Krenkel (SenStadtUm)
Herr Schulz-Hermann (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg)
Herr Dr. Heinrichs (LK-argus, Geschäftsführer)
Frau Pertermann (LK-argus, Protkollführerin)
Herr Wagner (Wabe GmbH, Eigentümer Gesundheitszentrum)
Herr Becker (Gewerbe-Delegierter, Herrlich, Sprecher der Delegierten)
Herr Fleiner (Gewerbe-Delegierter, Gewerbeentwicklung)
Herr Walter (Gewerbe-Delegierter, Bella-Donna)
Herr Schroer (Gewerbe-Delegierter, Hausverwaltung Belima)
Herr Neitzel (Gewerbe-Delegierter, fahrradstation, Ankunft 18h05)
Herr Spenner (Gewerbe-Delegierter, Ararat, Ankunft 17h05)

Mein Gastgeschenk für Dr. Heinrichs:
BegegnungBergmann - 16113 Gastgeschenk LK-argus
Flugbatt + A3-Plakat Gewerbe + A2-Plakat Ararat

Mein Resümee dieser Planungsbesprechung – der Titel dieses Beitrags oben!

Michael Becker, unterstützt von Joachim Fleiner, erläuterten auftragsgemäß nochmals den Standpunkt der Gewerbetreibenden, nämlich die Hauptforderungen aus dem Protokoll des Treffens der Gewerbetreibenden vom 29.2.2016: Entschleunigung des Verkehrs, Parkplätze erhalten und geradlinige Fahrstraßenführung.
Die am 18.2.2016 den Akteuren übergebene  Forderungsliste  wurde als bekannt vorausgesetzt.
Am 8.3.2016 wurde versucht, Varianten auf einem Vorbereitungstreffen der Delegierten für diesen Workshop (siehe Protokoll-Entwurf) anhand eines Grundriss(Aufsichts)plans der gesamten Bergmannstraße vom Mehringdamm bis zur Zossenerstraße mittels Transparentpapier die vorgenannte Hauptforderungen aus Sicht der Delegierten zu diskutieren, Lösungen zu finden und auch beispielhaft skizziert.
Die obigen Erläuterungen entsprachen dem Ergebnis dieser Überlegungen dieses Treffens.
Das Protkoll und die skizzenhafte Darstellung wurde den Akteuren im Vorfeld nicht übergeben, da man annahm, dass sie nicht selbsterklärend seien und erläutert werden sollten.
Im wesentlichen war eine der Varianten von Art diskutiert worden, dass auf der nördlichen Straßenseite Querparken geplant werden sollte, dergestalt, dass die Bordsteine angeschrägt werden, um die parkenden Autos mit den Vorderrädern auf dem Gehflächenbereich zwischen den Bäumen mit Baumscheiben zu platzieren. Vor den Bäumen sollte Fahrradparken auf dem Straßenland angesiedelt werden. Auf der südlichen Straßenseite sollte Längsparken, wie im Bestand erhalten bleiben, wobei die Anlieferungszonen zu berücksichtigen sind und in Zeiten, an welchen keine Anlieferungen stattfinden, diese Flächen für Aufenthaltsaktivitäten freigegeben werden. Bezüglich der Entschleunigung wurde vorgeschlagen, dass an Einmündungen und Kreuzungen und Querungsbereichen mit dem Gewegbereich niveaugleiche Aufpolsterungen mit geeigneten Materialen erfolgen könnten.

BegegnungBergmann 16112 - Variante entschleunigte Bergmann Initiative Ararat - 15-03-2016 14-40-31

Ergänzend mein Schreiben an LK-argus bezüglich des Entwurfs des Protokols des sogenannten „Planungstreffens“:

Sehr geehrter Herr Dr. Heinrichs,

vorab Danke für die Zusendung des Entwurf des Protokolls unseres Treffens am 16.3.2016.

Unabhängig davon, dass ich geglaubt hatte, dass das Treffen, wie in der Einladung des Bezirks ausgedrückt, ein „Planungstreffen“ sein sollte und nicht nur dem Austausch von Meinungen und Informationen dienen sollte, muss ich anerkennen, dass die Kommunikation erfreulicherweise zwischen den Teilnehmenden sachlich und auch konstruktiv verlaufen ist.

Mein persönliches Resümee, als „moderater Null-Lösungs-Befürworter“ dieses sogenannten „Planungstreffens“ (siehe meine skizzenhafte Variante zu Ihrem Vorschlag B/3, die im Prinzip auch den Ausführungen der Kollegen entspricht) stellt sich wie folgt dar:

Bis dato habe ich nicht verstanden, weshalb die Bergmannstraße für das Programm das Modellprojekt Begegnungszonen, für ein Pilotvorhaben überhaupt beworben und hierfür der Zuschlag erteilt wurde! (Natürlich sind die Gründe nicht bei Ihnen oder nicht nur beim Senat zu suchen: sie wollen Planen, der Senat will Begegnungszonen, der Bezirk will gefördert werden!)

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind die Bedingungen bzw. Planungsvorgaben durch Ihre Auftraggeber nicht derart vorgegeben, dass den Forderungen der „Gewerbetreibenden“ nicht entsprochen werden kann, zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass Sie in irgendeiner Weise, z.B. der Forderung des Erhalt der Parkplätze oder sonstigen Forderungen, widersprochen oder durch Planungs-Bedingungen eingeschränkt haben.

Für uns, der Initiative Ararat, stellt sich daher die Frage, welche tatsächlichen Begründungen es geben soll, weshalb die heute funktionierende Bergmannstraße überhaupt umgestaltet werden muss! (Die Dokumente aus denen hervorgehen soll, wie Herr Bezirksstadtrat Panhoff begründete, weshalb die Bergmannstraße vom Bezirk für eine Begegnungszone beworben worden ist, konnten wir bisher nicht nachvollziehen!)

Im Protokoll vermisse ich den Punkt meiner Frage bezüglich des Bürgerbeteiligungsverfahrens hinsichtlich vor allem des Ablaufs der Bürgerwerkstätten, warum nicht entsprechend dem beispielhaft im Aufsatz-Dokument von Herrn Professor Dr.-Ing. Gerlach, „… Begegnungszonen …wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?“, abgebildeten Bild 6 „Ablauf der Vorplanungsphase…“ von vorne herein die Bürgerwerkstätten mit fachlichen Beiräten in ausreichender Anzahl bezüglich des Planungsablaufs der Bergmannstraße, zumindest bis zum konkreten Entwurf, vorgesehen wurden.

Stattdessen war und ist doch die ursprüngliche Planung der Akteure dergestalt, dass das Bürgerbeteiligungsverfahren bereits so gedacht war, dass, obwohl bisher noch nicht einmal eine konkrete Vorplanung erstellt wurde, die Beteiligung bereits schon am 8.3. abgeschlossen sein sollte!

Wie weiter beabsichtigt ist zu verfahren, ist bis dato für uns nicht nachvollziehbar!

Zu letzten Punkt des Protokolls „Abschließendes Feedback der Teilnehmenden“ vermisse ich außerdem meinen Feedback-Beitrag, erstens, warum die Umsetzung des Pilotprojektes Bergmannstraße nicht solange verschoben werden kann, bis belastbare und nachvollziehbare Zahlen der Entwicklungen des Pilotprojektes Maaßenstraße erhoben und ausgewertet wurden und zweitens, ob nicht die Möglichkeit besteht, das Pilot-Vorhaben „Begegnungszone Bergmannstraße“ zugunsten des Vorschlags vom Architekten Eingartner (laut Tagesspiegel-Artikel vom vorletzten Mittwoch) die Gneisenaustraße für „Kreuzberger Flaneure“ umzugestalten, auszusetzen.

Also, dafür das Vorhaben Bergmannstraße nicht umzugestalten, sondern so zu belassen, wie sie heute gut funktioniert [ohne ein unkalkulierbares Risiko, als „Versuchskaninchen“, für die Anrainer einzugehen]!

Ich erhoffe mir, dass Sie sich zumindest noch an meine Beiträge dieses Treffens erinnern und erbitte, dass diese auch im Protokoll(-Entwurf) entsprechend noch formuliert werden.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich schon heute,
mit freundlichen Grüßen
M.Michael Spenner

Ergänzend die Kommunikation zwischen mir und Michael Becker bezüglich des Protokolls dieses Treffens bzw. der Überreichung meiner Skizze:

Am 21. März 2016 um 17:05 schrieb Michael Becker:

Hallo Michael Spenner,

ich finde so geht das nicht! Du warst auf der Gründungssitzung der 9ner-Gruppe in den wesentlichen Punkten dabei und hast den Prozess erlebt. Du warst auch bei dem Versuch, das gesagte in ein Protokoll zu geben beteiligt. Als am anderen Tag die Bedenken von Andreas und Stefan aufkamen, hinsichtlich der Gespräche und Planskitzen am 8. März hast Du mal locker einen eigenen Plan entwickelt, der die Diskusion vom 8. auf den Kopf und das Schrägparken auf die andere Seite verlagert. Seit dem gehst Du mit diesem, Deinem Plan hausieren und lancierst ihn aller Orten.

Diesen Vorgang emfinde ich als zutiefst undemokratisch.

Du schreibst in Deiner Mail vom 19. März:

„Allerdings möchte ich zu bedenken und bekanntgeben, dass mein Diskussionsbetrag, den ich bereits am 15.3. den Kollegen bereits übermittelt habe und von mir auf diesem Treffen als A3-Skizzen-Ausdruck verteilt wurde, um analog zur Vorbereitungs-Diskussion vom 8.3. ähnlich den Überlegungen der Delegierten zum Workshop-Treffen am 16.3.2016 angestellt wurden, skizzenmäßig und verständlich den Teilnehmer dieses Treffens zu zeigen, welches „moderiertes Null-Lösungs-Konzept“ von uns, u.a. der Initiative Ararat, befürwortet werden könnte, wenn absolut eine sogenannte Begegnungszone in der Bergmannstraße nicht im Sinne der Gewerbetreibenden erreicht werden könnte“.

Hiermit möchte ich Dich bitten, wenn Du Veränderte oder Weitergehende Vorschläge für das Verfahren einbringen möchtest, dieses in einer nachvollziehbaren und offenen Weise in die Diskusion einbringst, dass heißt Dein Anliegen als Tagesordnugspunkt bennenst und allen zur Diskusion stellt. Ein „ich habe da mal einen Plan dabei“ finde ich unabhängig vom Inhalt einfach undemokratisch!
Der Vorschlag der sich am 8. März entwickelte, folgte ja der Idee den Streifen zwischen den Bäumen auf der Nordseite zum Parken dazu zu schlagen – dieser Hintergrund ist aus meiner Sicht durch die Sitzung bei LK Argus nicht mehr von Bedeutung.

Soweit meine Meinung zu diesem Vorgang.

Mit freundlichem Gruß

Meine Antwort:

Lieber Michael Becker,

mir mangelndes demokratisches Sozialverhalten vorzuwerfen empfinde ich grob gesagt, als eine Frechheit, die ich mir nicht gefallen lasse.

Du verschweigst, dass ich auf Deinen Protokoll-Entwurf unseres Vorbereitungstreffens der „Neuergruppe“ vom 8.3. für den LK-argus-Workshop darauf hingewiesen habe, dass meine Diskussionsbeiträge in Deinem Protokoll einfach nicht niedergeschrieben wurden.

Ich habe in keinster Weise neue Vorschläge eingebracht, sondern lediglich meinen Diskussionsbeitrag des Treffens vom 8.3. skizziert, welcher übrigens dem Vorschlag, den Du als Sprecher der Neuergruppe auf dem Treffen am 16.3. bei LK-argus vorgetragen hast m.E. prinzipiell nicht entgegen steht!

Bereits auf unserem Treffen am 8.3. habe ich erklärt, dass der ca. 5 Meter tiefe Streifen für das Quer-Parken auf der Südseite die von mir in der Skizze beschriebenen Vorteile hat, u.a. auch die Lieferzonenproblematik usw.

Ich kann meinerseits kein Fehlverhalten nachvollziehen.

Dir ist doch bekannt, dass wir, die Initiative Ararat, eine „moderate Null-Lösungs-Variante“ vertreten, wenn schon unbedingt ein Pilotvorhaben „Begegnungszone Bergmannstraße“ umgesetzt werden muss.

Ich betrachte meine Variante zur B/3 Skizzenidee von LK-argus als moderat, die den Charakter der Bergmannstraße weiterhin erhält und weitgehend alle Forderungen des Auftrags der „Gewerbetreibenden“ gewährleistet.

Leider hat der Meinungsaustausch vom 16.3. uns ja auch keine Gewissheit gebracht, was in einer Berliner Begegnungszone des Senats als Modellprojekt geplant werden darf, da dieser Punkt nicht hinterfragt wurde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gegeneinander dem gemeinsamen Anliegen, wie vor beschrieben, zum Erfolg verhilft.

Grüße, M.Michael (Spenner)

PS. Nach Erscheinen des endgültigen Protokolls, wird das im Blog veröffentlicht!

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16112-01 Variante TrippleB „Verkehrsberuhigte (Entschleunigte) Bergmannstraße“

Auszug aus dem Offenen Brief an die Kollegen vom 15.3.2016:

„Wohlgemerkt, mein Vorschlag des ca. 5 Meter breiten Streifens auf der Südseite der Bergmannstraße (also parallel zum schmaleren Bürgersteig) vom Mehringdamm bis zur Zossener Straße lässt sämtliche Arten von Nutzungsmöglichkeiten zu, ob nun Quer-, Schräg- oder Gar-Kein-Parken, Fahrradparken, Spielen, Aufenthalt einschl. Außengastronomie, Lade- und Lieferzonen bis hin zu Flächen für Kunst und Kranken- und Versorgungsfahrzeuge und ggf. Grünflächen, intelligent verteilt auf über ca. 500 Meter Länge, so, dass „Gullys“ nicht verändert werden müssen bzw. keine Kanalisationsarbeiten durchgeführt werden brauchten.
Auf der Nordseite könnten ähnliche Flächennutzungen überlegt werden, eben nur auf einer Breite für Längsparken, ca. zwei Meter.
Für mich war immer schon eine Fahrspurbreite von ca. 5,50-6,50 Meter eine sinnvolle Lösung zur Entschleunigung des Verkehrs, auch ohne die Fahrbahn zu verschwenken wie in der Maaßenstraße, eben unter Beibehaltung des Charakters der Bergmannstraße, also einer normalen Straße, allerdings mit den Maßnahmen der Querungsbereiche mit aufgepolsterten z.B. Mittelmosaikflächen o.ä. auf nieveaugleiche Höhe mit den Gehwegflächen, um auch Rollstuhlfahrern das Queren zu erleichtern und auch als Ersatz für „Buckelmaßnahmen“ ggf. kombiniert mit Zebrastreifen oder -flächen und ggf. mit Gehwegnasen und -vorsprüngen und der Gestaltung der erweiterten Aufenthaltsflächen auf Gehwegniveau mit entsprechenden bzw. geeigneten Materialien.
Vorerst alle Detailfragen außer Acht gelassen.“ (Abstand zwischen Bordsteinkanten ca. 13,20 m – min. 5,50 m bis 6,50 m Fahrbahn verbleiben ca. 7,70 m bis 6,70 m für die nördlichen und südlichen Nutzungsbereiche der Straße. Wenn ich davon ausgehe, dass die nördlichen Straßenseitenbereiche im Prinzip so verbleiben wie sie derzeit genutzt werden, also für Längs-Parker etc., dann müssten für meinen Vorschlag lediglich die Aufenthaltsbereichsflächen, wie ich sie gestalterisch vorschlage, auf Bürgersteigniveau neu umgestaltet und umgebaut werden. Ansonsten bleibt die Bergmannstraße weitgehend so wie sie derzeit ist!

BegegnungBergmann 16112 - Variante entschleunigte Bergmann Initiative Ararat - 15-03-2016 14-40-31
Skizzenhafte Darstellung meiner Ausführungen eines „Minimal-Lösungs-Variante“ in Anlehnung an Variante 3 der Ideenskizzen für den Abschnitt B von LK-Argus, jedoch ohne Separationsbegrenzungselemente, wie etwa bunte Begegnungszonen Betonklötze, beispielhaft für den Teilabschnitt der Bergmannstraße zwischen Mehringdamm und Nostitzstraße
BegegnungBergmann 16106 - Beispiel Längs- und Schrägparker_ff_ff
Beispiel: Straße mit Längsparker und Schrägparker

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